Trotz Unwetter P5 in Landau

Der 4. Lauf der TKC, ein 9h Rennen im pfälzischen Landau, war auch geprägt von der Spannung, wann die angekündigten Unwetter mit Blitz, Donner und Stark-Regen über dem Ort eintreffen sollten. So hatte sich fast jedes Team so seine Gedanken über mögliche Strategien gemacht. Das Rennen mit 19 Teams ausgebucht. Wie immer kommt es aber 1. anders und 2. als man denkt. Die heftigsten Regenschauer waren in allen Wetterdiensten für Nachmittags, spätestens jedoch späten Nachmittag/frühen Abend angekündigt.

Da Tamara und Kevin lieber nicht im Regen fahren wollten entschlossen wir uns, die Beiden die ersten Turns fahren zu lassen. Voraussetzung dafür war natürlich, dass einer der Beiden dann die letzte Qualifying Session fahren musste, um dann auch den Start zu übernehmen. Diesmal zog Tamara unser Startkart mit dem Buchstaben „N“. Sofort waren dann alle Fahrer einig, das „N“, in unliebsam gewonnener Formiko Tradition, nur „Niete“ bedeuten kann. Unglaublich aber wahr. So war es dann auch.

Das 80 minütige Training schlossen wir dann, im Verhältnis zu unseren direkten Konkurrenten in der Meisterschaft, sang und klanglos, in einer 56,665 Sek. auf P12 ab. In Q1 sollte dann P13 reichen um ins Q2 einzuziehen. Diesen Part sollte Silvan übernehmen. Und fast wären wir fatal gescheitert und Silvan hätte den Start fahren müssen. Zum Glück gelang es ihm jedoch in der letzten Runde eine 56,87 Sek. zu fahren und das Kart damit punktgenau auf P13 zu stellen.

Tamara konnte dann völlig entspannt ins Q2 gehen. Mit dem 6-7/10 Sek. langsameren Kart war nicht daran zu denken auch noch das Q2 zu überstehen und in Q3 einzuziehen. So war es dann auch. Bis P9 allesamt Zeiten, die sogar noch deutlich besser waren als unsere beste Trainingszeit. Ohne Chance. Tamara machte mit dem Kart trotzdem einen ausgezeichneten Job und schaffte in einer 57,043 Sek. sogar die Verbesserung um einen Platz auf P12. In Anbetracht des dann folgenden Rennbeginns allerdings ein extrem ungünstiger Startplatz.

Völlig chancenlos kämpfte Tamara mit stumpfen Waffen und lag bereits eine Runde hinter der Spitze zurück als es plötzlich und viel früher als gemeldet begann zu regnen. Kein Zuckerschlecken dann soweit hinten im Feld zu kämpfen. Eng aufeinander folgende Teams, teilweise ohne jegliche Erfahrung im Regen, brachten ihr übriges und so verlor Tamara, obwohl sie dann noch 2 Plätze gut machte am Ende trotzdem enorm viel Zeit. Insgesamt nichts desto trotz eine klasse Leistung von ihr, wenn man bedenkt, dass sie gar nicht im Regen fahren wollte.

Ein dicker Fauxpas vom Teamchef führte dann auch noch dazu, dass Tamara einiges früher als geplant ihren Stint beenden musste, als der Teamchef eine Handbewegung von ihr völlig falsch interpretierte und daraufhin den Fahrerwechsel auf Kevin vorzog. Erst kurze Zeit später wurde dann auch klar, dass der Stint deutlich mehr als 10 Minuten kürzer war. So gerieten wir, trotz 4 Fahrer, in arge Nöte die geplanten 8 Stints ohne zusätzlichen Fahrerwechsel durch zuziehen, was eine komplette Änderung aller Stints zur Folge hatte.

Kevin machte dann auch einen ausgezeichneten Job und konnte uns bis auf P5 nach vorne fahren. Trotzdem hatten wir dann bereits fast 4 Runden Rückstand und es waren grad erst 2,5 Stunden gefahren. Klar war deshalb auch, dass angesichts des riesen Rückstands es für uns nicht mehr weiter nach vorne geht. So galt die Parole auf jeden Fall P5 ins Ziel zu bringen. Silvan und anschließend Björn, mit dem Heavy Weight-Turn, brachten einen kleinen Vorsprung auf die Verfolger auf P6/P7.

Als dann die Außenbahn wieder geöffnet wurde, wussten alle, dass dies vermutlich nur für kurze Zeit der Fall ist, waren doch weitere starke Regenfälle angekündigt. Auch das Wetterradar verhieß nichts Gutes. Da wir noch beide Short-Turns fahren mussten, hofften wir diese beide zu absolvieren solange die Außenbahn geöffnet war. So sollte Björn erst den kurzen Stint fahren (25-30 Min.) und Tamara dann den etwas längeren Short-turn (40-45 Min.). Ein wahres Wechselbad der Gefühle was dann folgte.

Es war einfach unglaublich welche Zeiten Björn in den Asphalt brannte. Nachdem zuerst Dennis Höller (Kart 2000) den Bahnrekord für die gesamte Strecke auf eine 55,214 Sek. gedrückt hatte, gelang es Björn diesen weitere Male zu verbessern. Über 55,212, 55,176, 55,143 gelang ihm dann eine 55,099 Sek.. Er fuhr damit fast eine Sekunde und mehr schneller als alle übrigen Teams und viel zu schnell um ihn schon nach 29 Min. wieder rauszunehmen. Draußen war der Himmel aber mittlerweile wieder pechschwarz.

Was also tun? Hin und her gerissen Björn fahren zu lassen ober besser den geplanten Fahrerwechsel zu machen. Dann ganz kurzfristig die Entscheidung doch den Fahrerwechsel zu machen bevor wieder ein Platzregen stattfindet. Tamara also rein und bereits kurze Zeit fing es wieder an zu tröpfeln. Der Platzregen kam aber nicht. Der Himmel nach wie vor pechschwarz, aber der Regen kam einfach nicht und Marcel Schlenker nutzte die Gelegenheit Björns Zeit nochmal um 1/100 auf 55,087 Sek. zu verbessern. Dennoch gelang es uns auch den 2. Short-turn mit einer Punktlandung von 45 Min. für Tamara bei noch geöffneter Außenbahn abzuschließen.

Ein Wechselbad der Gefühle mit einem perfekten Ergebnis für uns. Den Vorsprung auf P6 auf 4 Runden vergrößert und gleichzeitig auch die Zeit, die wir durch Tamara’s zu kuren Stint verloren hatten wieder reingeholt. Erst dann öffnete Petrus tatsächlich wieder alle Schleusen und die Außenbahn musste wieder geschlossen werden. Somit erlebten wir das Rennende in der Halle, wo zunächst Kevin vorübergehend, in einer 30,383 Sek., unsere schnellste Runde fahren konnte, bevor dann Silvan zum letzten Turn ins Kart stieg.

Angesichts des großen Vorsprungs auf P6 machten wir dann trotzdem noch einen weiteren Fahrerwechsel von Silvan auf Björn, um kein Risiko einzugehen. So nahm Björn nochmal die letzten 40 Minuten unter die Räder und schaffte dann in einer 30,334 Sek. auch im Innenteil unsere schnellste Rennrunde. So landeten wir nach 848 Runden unangefochten auf P5 und durften feststellen, dass wir in den letzten 6,5 Std. keine weitere Zeit auf die Spitze verloren. Somit haben wir am Ende das Maximum für uns an diesem Tage rausgeholt.

Glückwunsch an die Sieger von Scharmüller A/D zum Sieg, wie für WnG by SRT zu P2 und K&F Eusteracing zu P3. Die schnellste Indoorrunde ging an Niklas Krüger (K&f Eusteracing) in einer 33,197 Sek., womit er und Marchel Schlenker sich über einen halben Zusatzpunkt für die jeweils schnellste Rennrunde freuen durften. Am Ende ein anstrengendes und angesichts der Wetterkapriolen teilweise turbulentes Rennen, welches aber im großen und ganzen reibungslos über die Bühne ging.

Ergebnis

 TKC 4. Lauf 9h Landau - 03.06.2017Runden
1.Scharmüller/WnG A/D853
2.WnG by SRT853
3.K&F Eusteracing853
4.Kart 2000 Racing Eiselfing853
5.Formiko Racing Team848
6.GR International Racing 1844
7.Apex Racing843
8.Dampfwalze Racing842
9.Kart & Fun on the Grip840
10.BKD Günzburg840
11.Racing Team Stuttgart839
12.Hot Wheels Team 1838
13.Black Crows837
14.Kartliga.de836
15.NoNames Reloaded834
16.Team Jagdgeschwader833
17.Slow Rider Landau829
18.GR International Racing 2827
19.Kart&Fun Nitro Team824

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