Tolle Aufholjagd in Eiselfing

Am vergangenen Wochenende nahmen wir bereits zum 5-ten mal in Folge an den 24h Racing Days in Eiselfing (Bayern) teil. Bereits am Donnerstagabend machte sich daher der erste Teil unseres Teams auf den 475 Km weiten Weg. Gleich nach Ankunft an der Unterkunft jedoch der erste Schock. Kurz und knapp wurde uns mitgeteilt, dass es eine Überschneidung mit der Buchung gegeben hätte und unsere Zimmer weg sind. Wir könnten nur diese Nacht dort bleiben. Na toll, dachten wir uns. Das fängt ja gut an. Zum Glück konnten wir dann am nächsten Tag eine andere Unterkunft ausmachen, die uns bis zum Sonntag aufnehmen konnte, so das wir uns wieder voll und ganz dem Rennen widmen konnten.

Ab Freitag Mittag trudelten dann nach und nach auch alle anderen in Eiselfing ein. Ready to race waren wir dann um Punkt 15:30 Uhr, zum Beginn des 2-stündigen Trainings. Neu auch wieder die Strecke im Aussenbereich, die dieses Mal extrem eng und kurvenreich ausgelegt war. Dazu die neue Kartflotte, die exakt zum Rennen erstmalig gefahren wurde. Keiner wusste also was ihn erwartet und wie sich die einzelnen Karts entwickeln. Für das Rennen an sich auch kein Problem, da ja alle Karts durchgetauscht werden. Bei der Kartauslosung zogen wir dann die Nr. 17. Zunächst lagen wir im Training auch dort wo wir es erwartet hatten um Platz 5-6 rum. Mit zunehmender Dauer rutschten wir allerdings immer weiter ab. Dies gipfelte dann darin, dass Björn in den letzten 20 Minuten gar auf P19 von 22 Startern zurückfiel.

Trotzdem konnten wir noch gute Erkenntnisse aus diesem Resultat ziehen, denn wir machten noch einen Fahrerwechsel auf Daniel, der zusammen mit Silvan das Qualifying fahren sollte. Obwohl er nur noch 2 Runden fahren konnte merkten wir eine starke Veränderung am Kart. Plötzlich war Daniel 1,2 Sek. schneller und er stellte das Kart im Training noch auf P9. Dann kurze Pause bevor das Qualy begann. 2 Runden waren dann wohl doch nicht genug. Jedenfalls fuhr Daniel die Hot-Lap in einer 1:09:129 Min. dann wieder mit einer ähnlich schlechten Zeit wie im Training zuvor. Auch Silvan erging es nicht viel besser. 1:08:961 Min, was in Addition beider Zeiten einen extrem schlechten P15 als Startplatz für das Rennen ergab.

Die dadurch etwas getrübte Stimmung verflog aber sehr schnell wieder, denn zur Teamvorstellung konnten wir dann auch endlich unsere neuen Neon-Pinken-Floureszierenden-Team-Shirts vorstellen. Ein echter Hinkucker, den wir aus gleich 2 Gründen herstellen ließen. Zum ersten, weil wir dieses Jahr unser 5-jähriges Bestehen feiern und zum zweiten, was noch viel wichtiger ist, wir Abends auf der mega Party nicht lange suchen mussten, um unsere Team Mitglieder wieder zu finden. Schon von weitem konnte man jeden Einzelnen gut erkennen. Nach den Erfahrungen, die wir letztes Jahr machten eine große Erleichterung für uns alle.

Zum Rennstart hofften wir dann natürlich, dass das Kart wieder aufmacht. Deshalb entschlossen wir uns Startfahrer Silvan nach genau 1 Runde zum ersten von insgesamt 19 Fahrerwechseln reinzuholen. Daniel übernahm und tatsächlich – bei nun freier Fahrt konnte sich Daniel immer besser auf das Kart einstellen. Bereits nach wenigen Runden lief das Kart immer besser und Daniel konnte nun wieder die Zeiten des Mittelfeldes mitgehen. Als dann alle Teams ihren ersten Fahrerwechsel vollzogen, machten wir dann kurzentschlossen bereits unseren 2. Fahrerwechsel, nach etwas mehr als 1 Rennstunde. Nachdem Niclas dann seinen ersten Turn bravourös gefahren hatte fing die wichtige Zeit von Björn an, der in der Nacht insgesamt 240 Minuten Heavy Turn mit 100 Kg anstelle der sonst üblichen 85 Kg fahren sollte.

Dabei hatten wir immer darauf zu achten, dass er nach jedem Turn mind. 120 Minuten Pause macht. Gleichzeitig mussten wir auch darauf aufpassen, dass er schnelle Karts bekommt, um den erheblichen Gewichtsnachteil so gut wie möglich zu kompensieren. Gar nicht so einfach. Mit dem ersten Kart klappte das hervorragend. Man merkte überhaupt nicht, dass Björn mit über 100 Kg unterwegs war, schon mit dem 2. Kart sah aber alles anders aus. Bereits nach 4 Runden zeigte Björn an, dass mit dem Gewicht und diesem Kart überhaupt nichts geht. Ein etwas früherer Fahrerwechsel war die Folge.

Silvan und Kevin fuhren uns dann trotzdem endlich in die Top 10, bevor wieder Björn zu einem extrem langen Heavy Turn übernahm. Dieses Mal passte alles perfekt und wir konnten Björn ganze 110 Minuten fahren lassen. Weiter ging es mit der Jagd nach vorne und langsam brauchten wir auch kein Fernglas mehr, um die von uns angestrebten Top 5 zu erkennen. Speedy und Daniel mit extrem schnellen Zeiten brachten uns dann noch näher an die Plätze 3-6 heran.

Nach 10 Rennstunden stieg dann Björn zum letzten Heavy Turn ins Kart und konnte diese Zeit über sauber abliefern. Somit hatten wir nach gut 11 Rennstunden die kompletten 240 Min. Heavy Turn absolviert. Die Aufholjagd konnte also weiter gehen. Silvan, der dann in einer 1:06:258 Min auch unsere Bestzeit fuhr sowie Kevin, Daniel und Speedy brachten uns dann zwischenzeitlich sogar auf P3 nach vorne. Dies allerdings immer dicht gefolgt von Kart & fun am Hinterrad. Längst war auch die Sonne wieder aufgegangen und langsam änderten sich die Bedingungen erheblich.

Das viele Gummi, welches in der Nacht auf die Strecke gelegt wurde, verwandelte diese nun, bei extremer Sonneneinstrahlung, in einen extrem diffizil zu fahrenden Kurs mit „schmierenden“ Karts. Kein einfaches Unterfangen also weiter gute Zeiten zu fahren. Nun fiel auch die Vorentscheidung um P2/P3 zu Gunsten von Scharmüller und Kart & fun, die wesentlich besser mit diesen Bedingungen zurecht kamen als wir. An P1 verschwendeten wir eh zu keiner Zeit auch nur einen Gedanken. Einfach zu stark der Titelverteidiger, die nach einem knappen Sieg im vergangenen Jahr, diesmal wieder in einer eigenen Liga fuhren. Trotzdem machten die Jungs weiter einen super Job und Speedy, 2x Niclas und 2x Kevin konnten sich peu a peu von P5 und P6 absetzen und einen starken P4 ins Ziel bringen. Damit haben wir nach dem schlechten Beginn doch noch eine wahnsinnige Aufholjagd abgeliefert und unser Ziel, die Top 5 zu erreichen, sicher geschafft.

Ein besonderes Lob geht trotzdem an unseren jüngsten Racer Niclas. Sein erstes 24er und erst das zweite mal überhaupt in Eiselfing. Man was war der Junge aufgeregt. Natürlich war es ein Risiko, wenn auch ein kleines. Schließlich kennen wir den sympatischen Racer aus der TKC. Dort hat er in diesem Jahr eindrucksvolle Leistungen im Nachwuchsteam von Kart & fun gezeigt. Toll wie er die Nervosität abgelegt und seine Leistung abgerufen hat. Nach seinem ersten Turn hatte er dann auch gleich unsere schnellste Rennrunde bis dahin gefahren.

Klar musste er bei seinem 2. Turn extrem kämpfen und haderte mit sich. Die bereits erwähnte schmierige Strecke am frühen Nachmittag extremes Neuland für ihn, die ihn kurz zweifeln ließen. Aber da muss man durch. Nur mit neuen Herausforderungen wächst man und kann seine Skills weiter verbessern. Das hat er hervorragend gemacht. In seinem 3. Turn konnte er dann kurz vor Schluss nochmal richtig zeigen was er drauf hat. Extra Klasse!

Ein extra Lob auch an Speedy. Einfach sensationell, wenn man bedenkt, dass er seit gut 2 Jahren nur noch maximal 1x im Jahr Kart fährt. Ansonsten entspannt er sich auf seinem Anglerboot und versucht dicke Fische ans Land zu ziehen. Der schnellste schweizer Rentner überhaupt. Pfeilschnell wie eh und je und wie immer eine Bereicherung, weil er auch ein toller Typ ist. Trotzdem freut er sich nun wieder darauf, völlig entspannt die Ruhe beim angeln, auf einem der vielen schweizer Seen, zu geniessen.

Die anderen 4: Kevin, Björn, Daniel und Silvan haben allesamt exakt das geliefert, was zu erwarten war. Fast hätte Silvan sogar am frühen morgen die schnellste Rennrunde gefahren. Um lächerliche 1/10 Sekunden wurde er dabei von Dennis Höller geschlagen, der eine 1:06:153 Min. auf den Asphalt zauberte. Björn wie immer einer der schnellsten im Heavy Turn, Daniel konzentriert und motiviert und auch wie immer sauschnell. Dazu Kevin, der mit seiner ruhigen, ausgeglichenen Art einfach nur abliefert. Wow. Ich bin froh Euch 4 im Team zu haben.

Ein großer Dank aber auch an Clemens, der die ganze Nacht durchgemacht hat und immer parat war. Fast alle Kart- u. Fahrerwechsel begleitet und die Jungs immer wieder motiviert. Vielen Dank auch an Steffen, der natürlich seinen Niclas anfeuerte dabei aber auch die anderen nicht vergaß und immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Besonders gefreut haben wir uns auch über Andy, der seit fast 2 Jahren wieder mit dabei war und für das Team WnG/Scharmüller gefahren ist. Last but not least Susi. Wahnsinn wie viele Bilder Du wieder geschossen hast. Ohne Dich könnte sich niemand vorstellen, was wir so bei einem Rennen machen. Niemand würde Notiz nehmen. Dafür ein dickes Dankeschön!

Einen herzlichen Glückwunsch an die Bad Boys NRW, die nun zum insgesamt 8x das 24h Rennen gewonnen haben. Diesmal als Daytona Racing Team, welches somit den ersten Titel erlangte. Glückwunsch aber auch an unsere TKC Konkurrenten Scharmüller und Kart & fun Neckartenzlingen zu P2 und P3. Klasse Leistung, die am Ende verdient aufs Podest geführt hat. Ein Dankeschön auch an alle anderen Teilnehmer, die auf der diesmal extrem schwierigen Strecke mit den vielen Kurven im Außenbereich sehr fair und rücksichtsvoll gefahren sind. So macht Karting einfach Spaß!

Am Ende ist uns aber trotzdem noch das eine oder andere aufgefallen:

Kurios: Etwa gegen 3:00 Uhr nachts, Björn fuhr gerade den Heavy Turn, soll unbestätigten Meldungen zufolge Kart 2000/Hot Wheels Urgestein und Ur-Bayer in Person Marcus Hensen schlafwandlerisch unterwegs gewesen sein. Schon lange hatte er wohl schon davon geträumt den „Aus“ Schalter für alles 1x zu drücken. Schwupps die wupps alles dunkel. Kein Licht, kein Computer gar nichts mehr. Kompletter Stromausfall. Geistesgegenwärtig legten alle 22 Fahrer eine blitzsaubere Vollbremsung auf den Asphalt bevor das Licht nach 2-3 Sekunden auch schon wieder anging…

Ansagen: Sehr überzeugende Leistung von Chrissi am Mikro. Jederzeit informativ und mit vielen Erläuterungen und Erklärungen über die Lautsprecher für alle, die nicht so häufig bei Kartrennen dabei sind. Wirklich eine toller Mehrwert. Klasse gemacht! So vermisst man ihn gar nicht im Kart. Wir hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Rennleitung: Angeführt von Tobi und Klausi eine mehr als überzeugende Leistung. Klare Ansagen, konsequente Linie, keine Ausnahmen. Die jahrelange Karterfahrung haben die beiden in eine exzellente Rennleitung umgemünzt. So ist uns auch gar nicht aufgefallen, dass es sage und schreibe 16-17 schwarze Flaggen gab. Zu keiner Zeit auch nur die geringste Diskussion oder Beschwerden. In Worten nicht zu beschreiben, wie gut die Rennleitung war. Auch das schreit förmlich nach einer Wiederholung.

Team im Bistro: Einmal mehr einfach fantastisch. Eines der besten, wenn nicht sogar das beste Kart-Bistro in ganz Deutschland. Immer freundlich, immer gut gelaunt und das bei dem ganzen Stress und der Hektik, die ein 24h Rennen nun mal mit sich bringt. Auch wegen Euch kommen wir immer wieder gerne an den Hafen… ham… ham… ham….

2000 mal Danke an Charly und Gerti, die am Ende dieses tolle Event ermöglichen und es jedes Jahr wieder zu einem Hammer-Event machen. Danke, Danke, Danke!

Endstand:

 Kart 2000 Racing Days 24h - 13.07.2018Runden
1.Daytona Racing Team1253
2.Scharmüller/WnG1251
3.Kart & fun Neckartenzlingen1251
4.Formiko Racing Team1248
5.DS Racing Allstars1246
6.Hot Rod Racing1246
7.Hot Wheels 11245
8.WnG/Scharmüller1241
9.Kartcenter Rostock Racing Team1238
10.Kartraceland Racing Team1237
11.Paydrivers by Kart & fun1236
12.Allgäu Racing1236
13.Speed Rangers1236
14.Hot Wheels 31235
15.Go Fast pb upgraded RT1232
16.Hot Wheels 21231
17.Kart World Racing Fun1225
18.Kartraceland Friends1221
19.Hot Wheels Fun1220
20.Pussy Club Racing1219
21.New Generartion1218
22.Schrotti Motorsport1212

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