Rennabbruch in Grimma

Am vergangenen Wochenende waren wir zum 4. mal bei den 24h von Grimma, die in diesem Jahr sehr dramatisch verliefen. Rennabbruch, auf Grund nicht zu lösender technischer Probleme nach 15 1/2 Stunden. Eine Situation, die wir so auch noch nicht erlebt haben. Bis zu diesem Zeitpunkt lagen wir auf P8 von 25 Teams und waren super im Rennen unterwegs.

Platzierungs-technisch wäre es nach P7 im letzten Jahr diesmal vermutlich unser bestes Ergebnis geworden und auch das Ziel, unseren Lieblingsgegner ATTI zu schlagen war mehr als greifbar, lagen wir doch weit vor ihnen. Einfach schade, dass gegen 3:35 Uhr in der Nacht die komplette Renn-Software ausfiel. Ich stand grad am Rennleiter-Pult als ich von Martin Henning nur noch hörte „3 – 2 – 1 – Aus“ und das Rotlicht anging. Kurze Info: Software ist eingefroren. Nichts geht mehr.

Erst Restart und dann ging doch nichts mehr

Hektische Betriebsamkeit und dann konnte, nach ca. 25 Min., das Rennen noch einmal kurzzeitig wieder aufgenommen werden. Offenbar gab es einen weiteren Computer, der unabhängig vom Rest der Anlage weiter lief. Dies war dann aber doch nicht der Fall, wie sich dann nach weiteren 30-40 Minuten herausstellte und das Rennen erneut per Rotlicht gestoppt werden musste. Rennleiter Andy Koppka, der sehr souverän reagierte berief dann mehrere Teamchef Besprechungen ein, um die Situation zu erläutern und eine Lösung zu finden, wie das Rennen später fortgesetzt werden könnte.

Die Mitarbeiter der Bahn versuchten dann derweil offenbar vergeblich mit dem Hersteller Kontakt aufzunehmen, um die technischen Problem zu lösen und das Computer System wieder zum laufen zu bringen. Parallel dazu versuchte Andy, in mehreren Besprechungen, eine einvernehmliche Lösung zur Fortsetzung des Rennens herbei zu führen. Die besondere Schwierigkeit dabei war, die Aufgaben zu lösen, die das diesjährige Reglement mit sich brachte. So hatten alle Teams 4 Stunden Heavy Weight Turns, mit 95 anstatt 85 Kg, zu fahren. Hier hatten wir als eines der wenigen Teams bereits die kompletten 4 Stunden vollständig gefahren, während andere Teams aber noch gar nicht damit begonnen hatten oder nur einen kleinen Teil gefahren waren.

Dazu kam dann erschwerend hinzu, dass auch die Anzahl der zu absolvierenden Fahrerwechsel (insgesamt mindestens 20 pro Team) komplett unterschiedlich war. So lagen wir auch hier bei der Anzahl der bereits durchgeführten Fahrerwechsel (13) ganz vorne, während andere Teams zum Zeitpunkt des Abbruchs bis zu 6 oder gar 7 Fahrerwechsel weniger gemacht hatten als wir. Beides Gründe warum wir bis dahin, mit etwas mehr als 4 Runden Rückstand, auf P8 lagen. Nach langen und intensiven Gesprächen mit Andy und den Teams kam man dann zu der Einsicht, dass eine faire Fortsetzung des Rennens nur möglich wäre, wenn man alles auf den Zeitpunkt des ersten Abbruchs (gegen 3:35 Uhr) zurück setzt und von dort nach Reglement weiter fährt.

Rennabbruch die logische Folge, keine Wertung möglich

Das hätte bedeutet: Alle in der Zwischenzeit durchgeführten Kartwechsel und Fahrerwechsel, welche jeweils von der Rennleitung notiert wurden, zurück zu rechnen und den Fahrer wieder ins Kart zu setzen, der zum ersten Abbruch Zeitpunkt (3:35 Uhr) gefahren war. In der Zwischenzeit waren jedoch bereits gut 2 Stunden verstrichen und es wurde bereits wieder hell. Das führte dann dazu, dass man von dieser Lösung und dem damit verbundenen Aufwand wieder Abstand nahm. Letztlich einigten wir uns dann darauf, ein 6-Stunden Rennen zu fahren, um den Fahrern die Möglichkeit zu geben wenigstens noch mal zu fahren. Schließlich ist das ja der Grund, warum wir überhaupt da waren.

Als dann aber gegen 6:00 Uhr die Meldung kam, dass auch das nicht möglich ist, musste die Veranstaltung abgebrochen werden. Unglaublich, dass die Renn-Software auch nach Reboot der kompletten Systeme offenbar nicht wieder funktionierte. Enttäuscht und müde brachen dann alle ihre Zelte ab und machten sich auf dem Heimweg.

Kein Zeltlager und trotzdem eine Menge Spaß

Trotz allem war das Event in diesem Jahr einfach wieder Klasse und wir hatten so viel Spaß wie noch nie. Ein ganz besonderer Dank geht daher insbesondere an die Begleitpersonen, die diesmal mit dabei waren: Clemens und Susi, aber im Besonderen auch Bernd sowie Gerold & Daniel. Vielen Dank für dieses tolle und lange Wochenende mit Euch. Auch das ganze hin und her mit den diesmal nicht zur Verfügung stehenden Plätzen für die Teams hat uns nicht genervt und schon gar nicht irgendwie die gute Laune verdorben. Einfach mega!

Unser 12 Meter langer Teambus ein Hinkucker und so manches Getränk wurde dort (vor und nach dem Rennen) verzehrt. So konnten und wollten wir uns auch Stunden nach Rennabbruch einfach nicht vom Lap’s Kartcenter verabschieden. Noch lange nach Mitternacht waren wir dort und hatten einen launigen und witzigen Abend. Extrem Klasse, dass auch unsere lieben Freunde von ETAmax zu diesem Zeitpunkt auch noch mit dabei waren. Bereits am Donnerstag hatten wir das Wochenende mit einem gemeinsamen Essen beim „Griechen“ eingeläutet. Vielen Dank. Jonas, Kolja und Christoph. Ihr seid Spitze!

Fazit: Wir kommen wieder, wenn…

Der Termin für die 24h von Grimma 2018 ist bekannt und wir werden dabei sei. Wir schätzen die tolle Arbeit der Crew um Andy Koppka, der selbst einmal mehr einen super Job gemacht hat. Sehr, sehr beeindruckend wie er die ganzen Irrungen und Wirrungen, die schon vor dem Rennen begannen, souverän und mit einem hohen Maß an Diplomatie gemeistert hat. Auch später bei den vielen Diskussionen, den unterschiedlichen Meinungen und Standpunkten, hat er zu jeder Zeit ruhig und besonnen versucht eine Lösung zu finden, die allen gerecht wird. Daher ein ganz, ganz großes Kompliment von uns an ihn persönlich.

Keinen Deut schlechter war aber auch seine Crew mit Marc, Falk, Martin und den vielen anderen. Die Karts super eingestellt und zu jederzeit alles im Griff. Toll wie eingespielt das Team ist. Nicht ein einziges lautes Wort, keine Unruhe, selbst bei all den Problemen nicht. Ganz großes Kino von Euch allen! Ihr habt es verdient, dass man Eure Arbeit würdigt. Daher keine Frage, das wir im kommenden Jahr wieder dabei sind, wenn auch bei uns alles so weiter geht wie bisher.

Toll auch, dass Andy versprochen hat sich in den nächsten Tagen Gedanken zu machen, um Vorschläge zu erarbeiten, den Teams in irgendeiner Form entgegen zu kommen. Auch im Hinblick auf das Rennen im nächsten Jahr. Soweit wir das beurteilen können trifft die Crew absolut keine Schuld an den Computer/Software Problemen. Trotzdem ist der Rennabbruch natürlich ein Desaster und trifft die Teams und Fahrer hart. Wir sind uns aber sicher, dass auch hier eine Lösung gefunden wird, die allen gerecht wird.

v.l.n.r.: Daniel, Gerold, Bernd, Clemens, Daniel (aka Luca), Susi, Thomas, Björn (aka Ole), Johannes (aka Jojo), Kevin (aka Kai) und Nicolas (aka Stephan).

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