Polish Indoor Kart Championship 2017 – PIKC

Es war eine tolle Veranstaltung diese PIKC. Eine super moderne Anlage. Sehr komfortabel mit direkt angeschlossenem Hotel. Kart fahren, Essen, Trinken, Schlafen (genau in dieser Reihenfolge) an einem Ort. Fast kein internationaler Top-Fahrer, der dieses Jahr gefehlt hätte. Vor allem die Armada an Spitzenfahrern aus Belgien und Holland mit diversen Weltmeistern und Gewinnern internationaler Wettbewerbe. Daneben aber auch die 8 deutschen Starter, die mit Sebastian Papke (Seppl) den Titelverteidiger stellten sowie mit seinen Fahrer-Kollegen Ole Jenß und Dennis Höller (am Ende gewohnt stark auf Gesamt P6) potentielle Nachfolger aufboten. Dazu eine Klasse Organisation von Remik Drzazga und Bartek Malutko und einer Rennleitung, die überwiegend alles im Griff hatte. Herz was willst Du mehr?

Halbfinale und Vorrunden-Aus

Man durfte also gespannt sein, wie sich insbesondere für unsere Fahrer der 2. Tag darstellen sollte nachdem bereits der 1. einen super Verlauf genommen hatte. Lagen mit Seppl, Ole und Daniel doch gleich 3 Fahrer auf Finalkurs. Silvan und Björn mit berechtigten Chancen mindestens das Halbfinale zu erreichen, was letzterer allerdings knapp verpasste und somit auf P43 von 91 Startern abschloss (1x P3). Silvan konnte mit einem zweiten Podest in den Vorläufen (P2 + P3) hingegen den Halbfinal-Lauf perfekt machen und dort P8 belegen. Somit am Ende Gesamt P27 für ihn.

Die weiteren Deutschen

Ähnlich unglücklich wie für Björn verlief die PIKC auch für das bajuwarische Urgestein Tobi Laube, wobei bei ihm neben Pech auch noch Unglück dazu kam. Am Ende keine Chance also auf eine bessere Platzierung als Gesamt P49. Sein Spezi und Team Kollege Christian Wolf macht es besser, aber auch er riskierte am Ende zu viel um wieder ins Finale einzuziehen (Vorjahres-Vizemeister). Nach einem verpatzten Boxenstopp war das Finale weg. Am Ende Gesamt P16 ganz knapp vor Christoph Maliszewski, der nach längerer Pause einen sehr guten Gesamt P20 belegte und sogar 2 Läufe gewinnen konnte. Dennis Höller wie eingangs erwähnt mit starken Läufen und vielen Podiums am Ende auf Gesamt P6.

Daniel zeigt weitere Talente

Daniel zog nach 3x P2 und einem weiteren Sieg in den Vorläufen souverän ins Halbfinale ein. Dort fehlte ihm dann jedoch das nötige Quäntchen Glück, was man in solchen Wettbewerben eben auch benötigt, um noch weiter nach vorne zu kommen. Mit P6 im Halbfinale lag er dann auf Gesamt P11 und verpasste das Finale der besten 10 hauchdünn. Trotzdem eine ganz starke Leistung auf die er aufbauen kann. Im Jahr zuvor war er noch deutlich gescheitert. Somit hatte er jedenfalls Zeit etwas später im Finale, auf ganz andere Weise, eine entscheidende Rolle zu spielen, aber dazu später mehr.

Ole das Gerät

War Ole nach dem ersten Tag, mit einer maximalen Ausbeute von 3 Siegen inkl. Pole und schnellster Runde, zu einem Top-Favoriten aufgestiegen, so untermauerte er diese Stellung auch am 2. Tag. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo er fast nicht einmal ins Halbfinale eingezogen wäre, lieferte er auch an Tag 2 phänomenal ab und konnte einen weiteren Sieg einfahren. Am Ende aller Vorläufe stand er somit souverän auf P1. Im Halbfinale jedoch das erste Mal so etwas wie ein kleiner Rückschlag, als es im Qualifying nicht so wie erhofft passte und er sein Kart „nur“ auf P5 stellen konnte. Im Rennen dann aber zeigte er wieder warum er einfach ein „Gerät“ ist. Eine super Performance und zusammen mit der schnellsten Rennrunde zog er als Gesamt P4 ins Finale ein. Dort lieferte erneut ganz stark ab und konnte auf P3 fahren und sich somit am Ende über einen saustarken Gesamt P4 freuen.

Der fliegende Holländer

Warum nach solch einer Leistung dann Gesamt-P4, das hört sich doch alles viel besser an? War es eigentlich auch, aber da waren ja auch noch andere Fahrer, die auch sehr schnell im Kart unterwegs sind. Allen voran der Niederländer Ruben Boutens, der nach den Halbfinals die Führung übernahm und auch im Finale zwischenzeitlich in Führung lag. Am Ende reichte es dann doch nicht ganz für ihn und er musste sich diesmal mit Gesamt P3 zufrieden geben. Und dann war da ja noch ein weiterer deutscher Fahrer, den wohl so fast niemand auf der Rechnung hatte…

Die große, positive Überraschung

Ein ganz großes Kompliment an Maximilian Siese, der wie Phönix aus der Asche aufstieg und wirklich alle mit seinem Speed beeindruckte. Nach einem souveränen Sieg im Halbfinale inkl. Pole und schnellster Rennrunde sprang er auf Gesamt P3 nach vorne und lag mit nur 1,5 Punkten Rückstand auf Rubens ebenfalls aussichtsreich im Klassement. Und auch im Finale lieferte er ab. Wiederum Pole und schnellste Rennrunde sowie P5 sollten ihm am Ende die nötigen Punkte geben um zu – ja um zu was? Eigentlich um zu gewinnen, aber dazu reichte es nicht ganz. Trotzdem eine herausragende Leistung/Ergebnis von Maxi. Am Ende auf Gesamt P2 nach oben geklettert. Aber auch da fragt man sich. Warum P2 nach so einer eindrucksvollen Leistung?

Gelingt doch die Titelverteidigung?

Diese Fragen beantworten kann nur der Meister himself, Mr. Sebastian Papke, denn wir alle als Seppl ins Herz geschlossen haben. Auch am 2. Tag total souverän. Beide abschließende Vorläufe sicher gewonnen und das obwohl er, auf Grund einer kuriosen Entscheidung der Rennleitung, vor dem letzten Lauf in der Startaufstellung von P2 auf P4 strafversetzt wurde.

Trotzdem zog er als Gesamt P2 sicher ins Halbfinale ein. Dort zeigte er, dass auch dieses Jahr wieder mit ihm zu rechnen ist und er keinesfalls gewillt ist den Titel abzugeben. Wenn Boris Becker den Center Court in Wimbledon als sein Wohnzimmer bezeichnete, dann darf Seppl diese Kart-Strecke spätestens jetzt auch als sein Wohnzimmer betrachten. Nach dem Halbfinale, welches er hinter Maxi auf P2 beendete, ging er mit nur 1 Punkt Rückstand auf Ruben ins Finale und zeigt dort, dass man ihn hier auch dann nicht bezwingen kann, selbst wenn er keine Pole holt und im Rennen von 10 Startern nur die 7. schnellste Zeit fährt.

Der Sieg

Eine perfekte Strategie eingefädelt von Daniel, der ihm in genau dem richtigen Moment die Aufforderung zum Boxenstopp gab. So legte er eine taktische Meisterleistung aufs Parkett, die seines gleichen sucht. Einfach unfassbar mit welcher Konstanz er dann die Verfolger, allen voran Mathias Grooten (am Ende Gesamt P5) und eben Ole auf Distanz hielt. Keine 2 Runden hätte das Rennen länger dauern dürfen und es hätte vermutlich nicht gereicht, aber eben: Seppl ist halt Seppl und wie gesagt, sein Wohnzimmer ist und bleibt sein Wohnzimmer. Einfach grandios, dass er seinen Titel verteidigen konnte und nun zum dritten Mal nach 2014 und 2016 Meister der PIKC geworden ist. Herzlichen Glückwunsch Seppl, ganz großes Kino, das nur in einem Wort zu fassen ist. SIEG!

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