P1 beim Abschiedsrennen der Familie Merk in Waldshut

Beim Abschiedsrennen der Familie Merk konnten wir, am vergangenen Wochenende, einen völlig überraschenden Erfolg feiern. Im „Germany to Thailand“ Race, einem 4h Rennen, konnten wir den Wanderpokal „Jürgen Merk Team Trophy“ gewinnen. Bekanntlich wandert die Familie Merk kommenden Monat nach Thailand aus und hatte auch uns zu diesem Event eingeladen. Überraschend war der Erfolg vor allem auch, weil das Rennen mit einem Fahrergewicht von max. 80 Kg gefahren wurde. Also zählten wir uns nicht zu den Favoriten und hofften mit etwas Glück evtl. P3 erreichen zu können. Auch unsere beiden Fahrer Silvan und Niclas fuhren dieses Rennen nicht bei uns, sondern bei den Rotzlöffeln Waldshut. Silvan, weil er schon seit Kindertagen bei und für Jürgen gefahren ist und Niclas, weil er im vergangenen Jahr mit dem Team die SHM gewonnen hatte.

Aber egal. Im Vordergrund stand ja nicht das Rennen sondern vielmehr der Anlass. Wie immer in Waldshut hat auch Kitty und ihre Sala Thai Crew auch diesmal wieder alle Teilnehmer mit exzellenter Küche und diversen Thai-Köstlichkeiten verzaubert. Einfach klasse. Der Modus des Rennen bestand darin, dass in beide Richtungen jeweils ein 2h Rennen gefahren wurde, wobei in jedem Rennen 3 Fahrerwechsel gemacht werden mussten. Die  jeweils erreichten Platzierungen wurden dann zu einer Gesamtzahl addiert, wobei dann folgerichtig die 2, die niedrigste und damit beste Gesamtzahl ist. Nur bei gleicher Punktzahl wurden die Zeitabstände zwischen den betroffenen Teams aus beiden Rennen herangezogen, um zu ermitteln welches Team schneller war.

Race 1 wurde im Uhrzeigersinn, also entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung gestartet. Im ersten Rennen zeigte Silvan dann für die Rotzlöffel, wie wahnsinnig schwer es ist ein Rennen in Waldshut zu gewinnen, wenn er nicht im Team ist. Jedenfalls konnte er die Vorlage, die ihm Pirmin Zimmerli mit P3 gegeben hatte sicher verwandeln. Am Ende lagen die Rotzlöffel mit 6,5 Sek. vor den starken Flying Unicorns (Maik Anhalt und Christian Krause) sowie 7,2 Sek. vor dem nicht minder starken Team TKC-Elite Power Team (Thomas Schaller und Marc Schmid). Björn und Daniel dann mit einem Rückstand von 22,1 Sek. auf einem sehr guten P4.

Das zweite Rennen, welches nun in die gewohnte Richtung gefahren wurde, begann mit dem Zieleinlauf von Race 1 als Startaufstellung. Hier übernahm nun erstmalig Kevin unser Kart und konnte sich sehr gut zurechtfinden. Trotz aller Zweifel legte er einen Top-Turn hin und konnte sogar die 29 Sek. Schallmauer in einer 28:976 Sek. unterbieten. Nach 28 Min. kam er auf P5 dann zum ersten Fahrerwechsel rein und übergab das Kart an Björn. Dieser stieg ein und nach kurzer Zeit bemerkten nicht nur wir, sondern auch einige andere, dass  die Rundenzeiten nicht mehr aktualisierten.

Nicht sofort aufgefallen war auch, dass auch die restliche Renndauer nicht mehr runterlief. Kompletter Blackout! So schickte die Rennleitung dann das Safety-Kart auf die Strecke. Nach ein paar Runden war das Feld dann komplett eingesammelt und das Rennen wurde wieder freigegeben. Björn und Daniel fuhren dann das Rennen mit fantastischen Zeiten zu Ende. So blieben beide permanent deutlich unter der 29 Sek. Marke. Am Ende waren sie (Daniel 28:624, Björn 28:697), gemessen an die schnellste Rennrunde, nur unwesentlich langsamer als Nicolas Jarchow (28,555 Sek.) in seiner schnellsten Runde.

Das langte dann um Rennen 2 mit deutlichem Vorsprung auf das TKC-Elite Power Team (+28,2 Sek.) und Kartraceland International (+28,6 Sek.) zu gewinnen. Die Rotzlöffel, bei denen Silvan diesmal nur ganz kurz gefahren ist, lagen bis kurz vor Rennende noch auf P3. Dann aber konnten, nach Kartraceland, auch noch die Rottweiler Indy Kart Racer vorbeiziehen. P5 somit für die Rotzlöffel im Ziel. Danach begann das große warten auf das Endergebnis. Die Rennleitung versuchte die Zeiten, die Anfangs gefahren wurden mit in das Endergebnis reinzurechnen. Es dauerte dann etwas, bis man zur der Erkenntnis kam, dass dies nicht möglich war. 

Zwar gab es Bilder von Ständen weit vor dem Problem, als auch Bilder vom Stand des Rennens nachdem das Problem bereits aufgetreten war. Damit war es aber seriös nicht möglich genau festzustellen wann das Problem aufgetreten war. Auch konnte niemand sagen wo genau sich P1 zu dem Zeitpunkt des Ausfalls auf der Strecke befand. Umgekehrt hatten aber, außer uns, noch 4 weitere Teams bereits einen Fahrerwechsel gemacht. Was also tun? Die Rennleitung entschied dann, dass nur die Runden nach Wiederfreigabe des Rennens gezählt werden. Zusätzlich bekamen wir und die anderen Teams, die bereits einen Fahrerwechsel gemacht hatten eine 10 Sekunden Strafe (durchschnittlicher Zeitverlust eines Fahrerwechsels) aufgebrummt, was angesichts des Vorsprungs aber nichts an unserer Platzierung änderte.

Somit hatten wir in Addition beider Rennen die Summe 5 (P4 und P1), TKC-Elite Power Team ebenfalls 5 (P3 und P2), die Rotzlöffel 6 (P1 und P5), Flying Unicorns 11 (P2 und P9) sowie Kartraceland International 13 (P10 und P3). Da wir nun punktgleich mit dem TKC-Elite Power Team waren, wurden nun die Rennergebnisse herangezogen. In Rennen 1 lagen wir 15 Sek. hinter dem TKC-Elite Power Team. In Rennen 2, nach Abzug der Zeitstrafe, allerdings 18 Sek. vor ihnen, was einen Vorteil von 3 Sekunden für uns ergab. Am Ende somit ein zweifelsohne glücklicher Sieg für uns. Umgekehrt natürlich auch Pech für das TKC-Elite Power Team und die Rotzlöffel.

Denn auch die Rotzlöffel hätten einen genauso knappen Vorsprung von 2 Sek. auf uns gehabt, wären sie auf P4 geblieben. Aber so ist eben im Motorsport. Kommt das Safety Car auf die Strecke, dann gibt es immer Gewinner und Verlierer. Am Ende waren sich dann alle einig, dass dieser Anlass diesen Ausfall wahrlich nicht benötigt hätte. Der Spaß sollte schließlich im Vordergrund stehen. So tat dies alles dann der super Stimmung nach dem Rennen auch keinen Abbruch. Fröhlich und ausgelassen wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, bevor am Sonntag Morgen der Start des nächsten Rennen, um 6:10 Uhr, auf dem Programm stand. Das ist allerdings eine andere Geschichte.

Am Ende bleibt uns nichts anderes übrig als der Familie Merk alles Gute zu wünschen. Viel Glück vor allem aber auch Gesundheit in der neuen Heimat. Vielen Dank Jürgen und Kitty für alles was ihr in den vergangenen Jahren für uns Kartsportler getan habt. Wir vom Formiko Team haben insbesondere die jüngere Vergangenheit sehr geschätzt. Erst 2015 waren wir das erste Mal in Waldshut und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Kartbahn Waldshut für uns eine Heimat geworden ist. Es war uns eine Ehre, dass ihr uns zum Abschied eingeladen habt. Vielen Dank dafür. Ich bin mir sicher, dass wir uns spätestens zu Jürgens Geburtstag, dann in Thailand, wiedersehen. Bis dahin und nochmals vielen, vielen Dank und alles Gute vom gesamten Formiko Team.

Endstand:

 Germany to Thailand Race 2019 - 16.03.2019Punkte
1.Formiko Waldshut Racing Team5 (425)
2.TKC-Elite Power Team5 (425)
3.Rotzlöffel Waldshut for ever6 (425)
4Flying Unicorns11 (424)
5.SKA Rollator11 (422)
6.Kartraceland International13 (420)
7.Indy Kart Racer13 (419)
8.NC Racing15 (420)
9.Kart & fun Neckartenzlingen17 (417)
10.Kartbahn Alemannenring17 (419)
11.Mad Max Singen18 (419)
12.SKA Eusti Racing24 (415)
13.Team Thailand26 (412)
14.Kartost Eighty-one28 (404)

Copyright Bilder: Matthias Griese 2019

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