Formiko stürmt zum TKC Sieg in Rottweil

Yes, Yes, Yes. Mit einer grandiosen Teamleistung haben wir das 7h TKC Rennen in Rottweil gewonnen. Unser erster Erfolg in der TKC im 26. Rennen. Das wurde aber auch Zeit, nachdem wir schon einige Male knapp gescheitert waren. Somit haben wir nun in jeder Serie, die wir gefahren sind, mindestens ein Rennen gewonnen. Erst IKL, dann NTC und nun die TKC. Siege also gegen Teams aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Nord und Süd, aus West und Ost und das mit Fahrern, die zuvor noch niemand kannte. Einfach unglaublich! Damit hätten wir nie gerechnet! A dream becomes true!

Eigentlich der perfekte Moment um mit dem Kartsport aufzuhören, zumal uns mit diesem Erfolg auch das Gesamt-Podium in der TKC nicht mehr zu nehmen ist, wird doch gesagt: „… man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“ So wird es aber wohl noch nicht kommen, schließlich haben wir erst gestern Veranstalter Thomas Schaller mitgeteilt, dass wir auch im kommenden Jahr wieder dabei sind. Natürlich hoffen wir auch, dass es noch schönere Momente gibt und wenn nicht, dann können wir uns an diesen zurückerinnern.

Insgesamt verlief die Vorbereitung auf das Rennen alles andere als gut. Zunächst erreichte uns Tobi mit einer nicht so tollen Nachricht. Eine mittelschwere Handverletzung und Krankschreibung. Beides hat letztlich dazu geführt, dass Tobi seinen Start in Rottweil absagen musste. Demzufolge keine Pause – weder für Silvan noch für Kevin, die beide insgeheim gehofft hatten, nicht fahren zu müssen. Der eine, Silvan, weil er dieses Wochenende zum schweizer Militär einrücken muss, der andere, Kevin, weil er mit den neuen Karts in Rottweil nicht so zu Recht kommt. Wir alle freuen uns aber auch, dass Tobi beim Finale in Limburg auf jeden Fall wieder mit von der Partie ist.

Im Training zeigten Björn, Kevin und Daniel dann bereits, dass heute was geht. Alle 3 zu jedem Zeitpunkt in den Top 3. Dann kurz vor Beginn des Qualifying traf auch Silvan endlich ein. Da dieser auf Grund des anstehenden Militärdienstes auch früher wieder weg wollte, war die Strategie diesmal relativ früh klar. Daniel fährt Q1 und Silvan (ohne Training) Q2. So konnte er entscheiden, ob er den Start fährt oder doch Björn, der für Q3 eingeplant war. Daniel qualifizierte sich in einer 44:713 Sek. und P3 locker für Q2. Auch Silvan schaffte es dann tatsächlich das Kart in einer 44:682 Sek. und P4 ins Q3 der besten 5 zu bringen. Hier konnte Björn uns dann, auf dem neutralen Kart, in einer 44:619 Sek. schlussendlich auf P3 platzieren.

Eine super Ausgangsposition also und gut für Silvan, der möglichst schnell wieder weg musste. Somit begann Björn dann gleich den ersten Short Turn über 41 Min. und lieferte eine sagenhafte Leistung ab. GoFast mit dem Brenner war vorne ca. 10 Sek weg, aber danach schon Björn, der auch an Pole Setter Marcel Schlenker vorbeigehen konnte und an P2 das Kart an Silvan übergab. Danach benötigte es schon einiges an Überzeugungsarbeit am „Schreibertisch“. „Ja das war ein Heavy Turn von Björn und nein bitte nur als Short-Turn aufschreiben“. Silvan machte dann da weiter wo Björn aufgehört hatte und wenn er schon zum Militär muss, dann war es jetzt spätestens seine Pflicht auch eine „Bombe“ zu zünden.

SILWAHNSINN was dann abging. Nach nur 2 Runden war er schon sage und schreibe 8/10 Sek. schneller als zuvor Kart & fun mit demselben Kart. 79 Minuten qualmende Reifen und wir konnten wieder P2 übernehmen. Dann Kevin mit dem 2. Short-Turn über 26 Min., damit Silvan dann gleich wieder seinen 2. Turn fahren konnte. Jetzt wissen wir auch, dass Billy the Kid nur ein Waisenknabe ist, so ballerte Silvan eine Top-Zeit nach der anderen in den Asphalt. Das ganze gipfelte dann in der absoluten Tagesbestzeit von 43:634 Sek. Am Ende kümmerte es uns dann auch wenig, dass wir weder den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde, noch Silvan den Pokal für den schnellsten Fahrer, wegen seiner vorzeitigen Abwesenheit, bekamen. Somit durfte sich ein anderes Team über diese Geschenke freuen…

Natürlich lagen wir nach diesem Husarenritt auf P1 und dort hielten wir uns auch eine lange Zeit. Wechsel bereinigt betrug unser Vorsprung gut 30 Sek. auf Scharmüller, als Daniel das Kart von Silvan übernahm. Hatte er im Training super Zeiten geliefert dauerte es diesmal ein wenig bis er auf Touren kam. Ein leichter grippaler Infekt, den er die Woche zuvor aber nahezu auskuriert hatte, schien trotzdem seine langen Finger um sein Gaspedal geschwungen zu haben. Trotzdem konnte Daniel tapfer P1 verteidigen. Dennoch entschlossen wir uns, nach gut einer Stunde, Björn etwas schneller in seinen eigentlich Heavy Turn zu schicken.

Es war schier unglaublich. Zwar schloss Scharmüller auf und konnte mit einer grenzwertigen Aktion in Führung gehen, aber davon angestachelt ließ sich Björn nicht abschütteln. Trotz eines Gewichtsnachteils von mehr als 10 Kg schien es ihm fast mühelos zu gelingen sich am Hinterrad von Scharmüller festzubeissen. Die ganzen 78 Minuten kam der Favorit nicht weg. Dann konnte Björn endlich an Daniel zu seinem 2. Stint übergeben. Das vorletzte Kart war nicht ganz so gut und so verlor Daniel etwas an Boden. Bis zum letzten Kartwechsel lag er dann knapp 9 Sek. hinter Marcel, der für Scharmüller das Kart über den Parcours führte.

Dann aber kam eben der letzte Kartwechsel und plötzlich war alles anders. „Magic“ Daniel war erwacht. Eine top Runde nach der anderen zauberte er aus dem Kart. Geschickt ließ er, im Zuge seiner Aufholjagd, erst Niclas Krüger (Kart & fun) und kurz darauf Michael Schöttler (Apex Racing) passieren, um sich an deren Hinterrädern ziehen zu lassen. Ein Volltreffer! Genauso wie David Copperfield seinerseits seine angebetete Claudia Schiffer verzauberte, verzauberte Daniel nun uns und gut 15 Min. vor Rennende übernahm er die Führung und ließ sich diese nicht mehr nehmen. Kontinuierlich konnte er wegziehen und mit einem Vorsprung von 3,7 Sek. das Rennen für uns gewinnen.

Chapeau, Daniel. Perfekt gemacht. Unser erster Sieg in der TKC war perfekt. Ein grandioser Erfolg, wenn man auch bedenkt, dass wir ca. 42 Min. länger Heavy Turn gefahren sind als die direkten Konkurrenten. Einfach Wahnsinn und eine klasse Teamleistung. So gebührt auch Kevin ein Sonderlob. Bisher eine überragende Saison gefahren und diesmal trotzdem das Ego zurückgestellt, in dem Bewusstsein, dass die anderen an diesem Tage und in Rottweil einfach stärker sind. Ein Team ist ein Team und das kann den Unterschied ausmachen. Glückwunsch auch an Scharmüller, die trotz des 2. Platzes die Meisterschaft wohl in trockene Tücher gelegt haben als auch an Go Fast pb upgraded Racing Team, die nach ihrem sensationellen Sieg im ersten Lauf, nun endlich das 2. Podest der Saison 2018 eintüteten.

Ein Kompliment auch an Eddy und seine Crew für die fast reibungslose Durchführung (das mit den Transpondern scheint ja ein Softwarefehler zu sein) sowie an Thomas Schaller für die diskussionslose Rennleitung. Nun freuen wir uns schon auf das Finale am 10.11. im hessischen Limburg und wünschen Euch allen eine gute Zeit bis dahin.

Endstand:

 TKC 8. Lauf 7h Rottweil - 20.10.2018Runden
1.Formiko Racing Team555
2.Scharmüller/WnG555
3.Go fast pb upgraded RT 1554
4Kart & fun Neckartenzlingen554
5.Apex Racing553
6.Kart & fun Fun553
7.WnG/Scharmüller551
8.Nitro Racing550
9.BKD Günzburg549
10.Hot Wheels 05546
11.Go fast pb upgraded RT 2545
12.Kartbahn Bad Rappenau541
13.Racing Team Stuttgart541
14.Dampfwalze Racing Team Landau540

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