Turbulente 24h bei Daytona

Essen 2016_neuDas erste Saison Highlight, am vergangenen Wochenende, auf der Daytona Kartbahn in Essen, verlief zur Überraschung der 18 teilnehmenden Teams sehr turbulent. Ich weiß gar nicht womit ich anfangen soll. Turbulent, erfolgreich, anstrengend, zum teil echt nervig, aber am Ende einfach auch ein sau geiles Wochenende mit diesem wahnsinngen Formiko Team. Das wir am Ende dann auch noch den Sieg in der Divison 2 einfahren konnten, setzte dem ganzen noch die Krone auf. Aber fangen wir von vorne an.

Nachdem das ganze Team am Freitag Abend in Essen eingetroffen war, absolvierten wir erst mal 2-3 Trainingstickets. Das Rennen sollte ja diesmal im Uhrzeigersinn gefahren werden.  Schnell war klar, dass die 2-3 Training-Tickets völlig ausreichend sind. So sind wir dann recht zügig zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen und haben einen tollen und witzigen Abend auf der Terrasse der Daytona Bahn gehabt. Schliesslich war in Essen noch immer sommerliches Wetter.

So musste André Lohse, vom Weissin Racing Team, erstmal den übrigen Formikos Susi, Tamara, Gunnar, Daniel, Björn und Silvan seinen Einstand ausgeben. Wer André kennt weiss, dass er auf so etwas vorbereitet ist, auch wenn er gar nicht darüber infomiert wurde. Zusammen mit ein paar weiteren Fahrern war Spass und Unterhaltung, auf der schönen Daytona Terrasse, garantiert. Auch der ein oder andere Zungenlöser, den André aus seiner Kühlbox hervorzauberte, trug zur gelungenen Einleitung das Events bei. Selbstverständlich wurde, quasi per Liveschaltung, auch Formiko Fahrer Andreas Weissenberger dazu geschaltet, der an diesem Abend, in etwa 600 Km Entfernung, seinen Geburtstag feierte.

So zusammengeschweisst konnten wir das Rennen am folgenden Tag, im Prinzip perfekt vorbereitet, in Angriff nehmen, nachdem wir wieder wussten wo wir waren und warum wir da waren. Das 1-stündige Training/Qualifying, so entschieden wir, sollten die 3 Fahrer fahren, die über die meiste Erfahrung in Essen verfügen. Leider hatte TC Thomas bei der Kartauslosung aber wieder die übliche Seuche an der Hand. Er zog mal wieder eines der am höchst performantesten Karts. So war die Schlussfolgerung dann auch klar, dass keiner der 3 Kandidaten eine erfolgreiche Bewerbung hatte abgeben können, hatten wir für diesen Fall doch „unseren“ André dabei.

Nachdem André schon am Abend zuvor abgeliefert hatte, konnte er auch eine eindrucksvolle Leistung im Startturn zeigen. Gestählt, durch die vielen internationalen Einsätze, die er in den letzten Monaten absolviert hatte und seinem unbändigen Willen dieses Kart zu bezwingen, konnte er den Anschluss ans vordere Feld halten. Als nächster war dann Silvan an der Reihe. Auch er konnte einmal mehr überzeugen und ist am Ende auch die Teambestzeit in einer 1:33:41 Min. gefahren. 1:33:41? Ja genau. Hier fehlt etwas! Damit wären wir dann auch bereits beim turbulenten Teil der Gerschichte. Den Fahrern fehlten Teile der Rundenzeit und sage und schreibe 17 od. 18 Karts der Zahnriemen. Ein Desaster!

Was war passiert? Nachdem Daniel und Tamara im Anschluss an André und Silvan ihre Turns überzeugend über die Bühne gebracht hatten, fing es an zu regnen, als Björn ins Kart stieg. Obwohl der Regenschauer gar nicht so heftig war, quittierten immer mehr Zahnriemen den Dienst. Eine nervige Angelegenheit, da das Rennen immer wieder mit längeren Rotlichtphasen gestoppt werden musste, damit die ausgefallenen Karts geborgen werden konnten. Aus dem geplanten 70 Min. Stint für Björn wurden dann sage und schreibe 105 Minuten, wobei die tatsächliche Fahrzeit nur ca. 55 Minuten betrug.

Nachdem in dieser Zeit ca. 13 Zahnriemen gerissen waren, entschied die Rennleitung den Aussenteil der Strecke bis zum Rennende zu schliessen , da nicht klar war, was diese Fehlerserie ausgelöst hat. Am wahrscheinlichsten ist aber schlicht und einfach eine schlechte Charge, anders ist eine derartige Häufung meines Erachtens nicht zu erklären. Natürlich ist die Bahn selbst, als auch der Karthersteller kein Anfänger und verfügen über eine langjährige Erfahrung auch mit Rennen im Regen. Die Situation wurde dann aber so dramatisch, dass kurzerhand vom Hersteller ausreichend neue Zahnriemen bereitgestellt wurden. Somit konnten alle ausgefallenen Karts während des Rennens repariert werden. Chapeau! Trotzdem war die Kartreihenfolge natürlich unwiderruflich aus den Fugen greaten.

Hiermit aber noch nicht genug des Troubles. Bereits zu Rennbeginn hatten 2 Teams beim 1. bzw. 2. Kartwechsel vergessen auch den Transponder zu wechseln und dadurch viele Runden verloren. Darunter mit dem Team motorsport-pokale.de auch der Top-Favorit der Division 2. Das Team schluckte diesen Fauxpau aber einwandfrei und hat trotzdem bis zum Rennende alles gegeben und sich noch mit einem bravourösen P3 in Division 2 belohnt. Klasse gemacht! Wie auch immer. Als dann kurz vor Rennende dem Team Scharmüller SJRT 2 dasselbe missgeschickt passierte, wurde die Angelegenheit zum echten Ärgernis. Die Rennleitung beging, aus meiner Sicht, kapitale Fehler, die so nicht passieren sollten.

Nachdem festgestellt wurde, dass offenbar etwas mit dem Transponder nicht stimmte wurde das Kart zum Fahrerwechsel in die Box geholt und tatsächlich der Transponder fehlte. Schnell wurde von der Bahn ein Ersatztransponder montiert, was sich dann kurz darauf zu einem noch grösseren Problem entwickelte, da der von der Bahn montierte Transponder offenbar defekt war. So verlor das Team weitere Runden, diesmal aber eben nicht selbst verschuldet. Mit einer Rotlichtphase wurde dann von der Rennleitung dieser Fehler korrigiert und ein funktionierender Transponder aufs Kart gebracht.

Fehler sind menschlich und niemand ist davor gefeit. Deshalb kann man auch niemanden vorwerfen einen defekten Transponder montiert zu haben. Auf keinen Fall aber durfte man das Rennergebenis danach am Computer manipulieren, ohne davor eine TC Besprechung einzuberufen. Dies wurde aber getan und somit auch das Team Scharmüller in ein falsches Licht gerückt. So dachte sich doch mancher, wieso bekommt das Team Runden wieder gutgeschrieben und wir nicht?

Für jeden Anwesenden an der Strecke, war es auf mehreren Bildschirmen nachvollziehbar. Das Team wurde mit dem neuen Transponder wieder gelistet und von unten nach oben bewegt. Die Rundenzahl stieg sichtbar und schnell wieder an, um dann plötzlich stehen zu bleiben. Dies ist für mich ein unverzeihlicher Fehler, der so hätte nicht passieren dürfen! Will man seine Glaubwürdigkeit behalten, dann muss man den Sachverhalt so schnell wie möglich mit den anderen Teams besprechen. Schliesslich war noch genügend Renndauer vorhanden und man hätte ohne Probleme den oben genannten Sachverhalt schildern können. Nämlich den, dass das Team 2 Runden selbst verschuldet verloren hat und die übrigen Runden daraus resultierten, dass der montierte Transponder defekt war.

Bei objektiver Betrachtung dieses Sachverhalts hätte mit grosser Wahrscheinlichkeit die überwiegende Mehrheit dem oben beschriebenen Prozedere zugestimmt. Natürlich kann das Team nichts dafür, wenn von der Bahn ein defekter Transponder montiert wird. Ich hätte das jedenfalls getan. Aber eben die Rennleitung hat gar nichts kommuniziert und damit jed möglichen Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Wie gesagt, für mich unverständlich, dass nach dem ersten Fehler versucht wurde, diesen mit einem aus meiner Sicht noch viel schlimmeren Fehler zu korrigieren.

Für uns haben die Probleme zum Glück keine grosse Rolle gespielt. Alle unsere Fahrer hat das ganze Theater nicht gross interessiert, wenn auch hier und da Verwunderung herrschte. Trotzdem sind alle 6 immer fokussiert geblieben und haben einen wirklich tollen Job gemacht. Am Ende für mich ein sensationeller P1 in Division 2, haben wir doch nie und nimmer damit gerechnet. Podestchancen ja, aber Sieg nie und nimmer. Dazu waren die gegenerischen Teams einfach zu stark besetzt. Das Motorsport eben auch Fehler belastet ist, haben wir bei motorsport-pokale.de gesehen, die ohne den selbst verschuldeten Fehler wohl ein gewichtiges Wort um P1 in Division 2 mitgesprochen hätten.

Am Ende trotz der ganzen Begleiterscheinungen ein grosser Erfolg für uns, auch wenn es „nur“ Division 2 war, die wir gewonnen haben. Trotzdem kannte der Jubel keine Grenzen. Ich kann gar nicht sagen wie froh ich darüber bin solche Rennen eben genau mit diesen Formikos zu bestreiten. Vielen Dank dafür an alle 6 Fahrer, von Gunnar bis Tamara, von Silvan zu Björn über Daniel zu André, der eben perfekt dazu passte und einfach abgeliefert hat wie allen anderen auch.

Ein Glückwunsch geht von uns natürlich an die Gesamtsieger vom Daytona Racing Team sowie wie an die Platzierten vom Streetfighter Racing Team und Streetfighter Fun.

Endstand:

 Endstand 24h Daytona, 15.05.2016Runden
1.Daytona Racing Team801
2.Streetfighter Racing Team801
3.Streetfighter Fun799
4.Traxxis Belgium796
5.Scharmüller SJRT 1795
6.Scharmüller by Lap's Kartcenter SJRT 2795
7.TTM Racing by MSC Blau Gelb Essen794
8.Formiko Racing Team794
9.Daytona Ü40793
10.www.motorsport-pokale.de792
11.Bispingen Racing Team792
12.Kart Raiders790
13.Streetfighter Girls790
14.Ko-Racing789
15.Blau-Gelb Essen Racing Team789
16.ishoxs by Hankook782
17.Race Union Rheinland782
18.SG Stern Sindelfingen738

Essen 2016_neu

 

 

Share Button