Burnout in Celle – 3. Lauf NTC

Podest NTC Celle_neuAm vergangenen Sonntag stand der 3. Lauf der NTC auf der Celler Kartbahn Burnout auf dem Programm. Anders als erwartet, sollte das Rennwochenende aber bereits mit einer Hiobsbotschaft beginnen, musste sich doch Gunnar am Samstagmorgen krankheitsbedingt abmelden. Dies führte zu der kurzfristigen Überlegung, ob TC Thomas und Björn sich aus dem Süden auf den Weg machen sollten, damit das Team doch mit 3 Fahrern an den Start gehen könne, zumal Björn sich bereits in Neckartenzlingen zum Schwarzwald-Cup Training befand und somit bereits einen Teil der Strecke absolviert hatte. Kurz nach dem Mittag musste diese Überlegung aber, auf Grund einer ungünstigen Verkehrsprognose, wieder verworfen werden. Auch die beiden verbliebenen Fahrer Daniel und Ole waren der Meinung, dass das Rennen zu zweit kein Problem wäre.

Also packten die Beiden ihre 7 Sachen und machten sich dann am Samstag auf den Weg. Schließlich kannten beide Fahrer die Strecke noch nicht. Dies änderte sich dann Samstagabend, wo beide Fahrer sich schnell in die Strecke einfinden und akzeptable Zeiten abliefern konnten. Als es dann am Sonntagmorgen zum freien Training ging, war aber auch klar, dass Daniel etwas mehr Training brauchen würde. Also wurde die 1,5h Trainingszeit dementsprechend aufgeteilt, so das Daniel die erste halbe Stunde, dann Ole 30 Min. und im Anschluss wieder Daniel 30 Min. fahren konnte. Am Ende stellten wir fest, dass Ole die Bahn deutlich besser lag als Daniel, trotzdem wussten wir, das P1 im Training über die wahren Kräfteverhältnisse wegtäuschte, da wir das absolute Flugzeug zugeteilt bekamen und somit unsere Zeiten eigentlich nicht aussagekräftig waren.

Im Qualifying startete Ole in die 10 Min. Zeittraining und stellte das Kart sicher auf P4 ab. Keine schlechte Ausgangsposition für die nun folgende Superpole, da von den Top 6 aus den 10 Min. Zeittraining, diese in umgekehrter Reihenfolge in ein Single-Qualifying gehen. Das sollte Daniel in Angriff nehmen, der aber leider gleich zwei Kurven überhaupt nicht hin bekam, sodass unser Startplatz der 6. sein sollte. Um Daniel auf Pace zu bekommen, entschieden wir Ihn auch den Start fahren zu lassen. Unsere Hoffnung war, dass er die fehlenden Zehntel im Feld findet.

Als dann das Rennen mit der grünen Ampel gestartet wurde, konnte Daniel in Kurve 2 gleich 2 Plätze gut machen. Einige der anderen Fahrer waren sich nicht einig und so fuhr Daniel mit einem breiten Grinsen im Gesicht an Ihnen vorbei. Als sich zwei Runden später das Feld hinter uns geeinigt hatte, wurde uns klar, dass wir den ein oder anderen vorerst wieder passieren lassen müssen. Dies tat Daniel auch und versuchte sich hinten dran zu hängen. Nach einem durchwachsenen Turn und Daniels Unzufriedenheit mit sich selbst, verloren wir so im ersten Turn schon deutlich mehr als eine Runde auf die Spitze und fanden uns beim Fahrerwechsel am Ende des Feldes wieder. Extrem unzufrieden übergab Daniel das Kart an Ole, der, im Gegensatz zu Daniel, einen wahren Sahnetag erwischt hatte und seinem Spitznamen „der Gerät“ einmal mehr alle Ehre machte.

Was Ole dann ablieferte war einfach unglaublich. Er hatte die schlechte Tagesform von Daniel erkannt und kurzer Hand entschieden: „dann fahre ich halt einfach schneller.“ Und das tat er auch. Nur wenige Fahrer konnten auf dem gleichen Kart dieselben Zeiten gehen. So kämpfte er sich Platz um Platz wieder vor. Dadurch wieder hoch motiviert stieg Daniel wieder ins Kart, konnte aber leider noch immer nicht die Top-Pace mitgehen. Durch den enormen starken Motivationsschubs und mit dem nötigen Biss gelang es ihm nun aber konstant zu fahren und alles zu geben. Wir wussten, dass wir das einzige Flugzeug im Feld als Schluss-Kart bekommen würden und dass wir schon 2 der 3 schwächeren Karts schon hinter uns hatten. Also Kopf runter und Angriff.

Ole fuhr fantastisch und biss sich Runde um Runde an die Gegner heran. Zur Halbzeit übergab er dann auf P2 liegend wieder an Daniel, der sich nun auf das langsamste Kart im Feld freuen durfte, welches zu allem Unglück auch noch vollgetankt wurde. Mit ca. 7 Kg mehr an Board machte er seine Sache dann sehr ordentlich und so biss Daniel die Zähne zusammen und versuchte so konstant es eben ging im Feld mit zu schwimmen. Danach war es dann soweit: Ole nahm den Schlussturn in Angriff, in freudiger Erwartung auch das Flugzeug, welches wir zuvor schon im Training fuhren, zu bekommen. Die schnellste Rennrunde lag derzeit bei Kartworld Berlin, die mit einer 34.14 Sek., Drakenburg feat. Avia Racing um 3 hundertstel schlugen. Nun waren alle gespannt, was Ole damit fahren würde. Nachdem Daniel nichts weniger als die Top-Zeit von seinem Buddy forderte, machte dieser sich mit den Worten „mach ich“ auf den Weg.

Sofort auf Pace schoss Ole in Richtung P4 los. Nach wenigen Runden dort angekommen, verschwendete er keine Zeit. Mit diesem überlegenen Kart konnte er quasi durch den Fahrer des Motodrom Schwerins hindurchfahren, um dann nur wenige Sekunden später auch auf den auf P3 liegenden André Lohse, vom WRT Racing Team, aufzuschließen, die bis hierher ein tadellose Leistung abgeliefert hatten und trotz eines 60 Sek. Zeitstrafe vom Rennen in Berlin, noch immer auf P3 lagen. Starke Leistung! Trotzdem hieß es für Ole nun Ruhe bewahren und das Loch suchen. Doch André hatte andere Pläne. Er wusste um die Kartsituation und ließ Ole passieren, wohl auch um den Kampf um P4 gegen das Motodrom erfolgreich zu gestalten. Somit lagen wir wieder auf P3 und damit genau auf dem Platz, den wir zuvor erhofft hatten. Für Ole hieß es ab jetzt nur noch Vollgas, um die schnellste Rennrunde und den damit verbundenen halben Zusatzpunkt zu ergattern. Diesen holte er dann auch sicher nach Hause. Mit einer 34,031 Sek. fuhr er nicht nur die schnellste Rennrunde, sondern gleichzeitig auch die Jahresbestzeit.

So wurde dieses für uns schwierige Rennen doch noch zu einem kleinen Erfolg. Die unterirdische Performance von Daniel, konnte Ole mit einer überirdischen Leistung kompensieren. Es heißt ja nicht umsonst T.E.A.M. —> Toll Ein Anderer Macht’s.

Wir gratulieren natürlich Drakenburg feat. Avia Racing zum verdienten und sehr souveränen Sieg nach 601 Runden, sowie dem zweitplatzierten Team von Kartworld Berlin, die trotz einer 30 Sek. Strafe aus dem Vorrennen ein starkes Rennen ablieferten und mit der gewonnen Superpole ebenfalls einen halben Zusatzpunkt einfahren konnten. Natürlich auch ein Dankeschön an alle anderen Teams, die alle ein sehr faires und schönes Rennen gefahren sind. Für uns geht es nun mit 30 Motivationssekunden im Juni in den nächsten NTC Lauf in Rastede. Wir freuen uns.

Endstand, 6h NTC Celle, 24.04.2016

1. Drakenburg feat. Avia Racing
2. Kartworld Berlin
3. Formiko Racing Team
4. WRT Lübeck
5. Motodrom Schwerin
6. Waterkant Racing
7. WRT Fun
8. Eagles HH
9. RS Racing
10. KRT Stralsund
11. KFN Racing

Podest NTC Celle_neu

Vielen Dank an KFN Racing für dieses Bild vom Podest.

 

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