Bei 9h Ampfinger Wasserspielen baden gegangen

Formiko Racing TeamIm wahrsten Sinne des Wortes sind wir bei den Ampfinger Wasserspielen baden gegangen. Als wir Freitags Abend in Ampfing ankamen begann der Regen bereits. Nach kurzer Zeit goß es in Strömen. Im Gegensatz zu einigen anderen Teams konnten wir jedoch kein Regen-Training absolvieren. So mussten wir also völlig unvorbereitet am Samstag Morgen ins Rennen gehen. Uns schwante böses als der Regen auch dann, wie vorhergesagt, unvermindert weiterging. Unglücklicherweise ist auch das offizielle TKC Training in Ampfing vor dem Rennen von 80 Min. auf 20 Min. verkürzt. Somit konnten wir auch hier mit Ilia, der noch nie mit Leihkarts im Regen gefahren war und Tobi nur 2 Fahrer kurz auf die Strecke schicken. Denkbar ungünstige Voraussetzung also für uns. Die Befürchtung im Dauerregen völlig weggespült zu werden erfüllte sich glücklicherweise zwar nicht, viel gefehlt daran hat aber auch nicht.

Bei 28 Startern in Q1 sollten die besten 16 ins Q2 einziehen und dann wie üblich die besten 5 ins Q3. Dort wird dann auf dem Wechselkart, in einer Hot Lap, die Pole Position ausgefahren, die dann einen Zusatzpunkt für die Gesamtwertung bringt. Nachdem Ilia’s beste Trainingszeit exakt diesem P16 entsprach entschlossen wir uns mit Chris einen erfahrenen Piloten ins Q1 zu schicken. Völlig ohne Training lag Chris vor der letzten Runde auf P17 im 5 minütigem Quali, bevor er dann in der letzten Runde doch noch den Sprung auf P14 schaffte. Nun war Tobi dran. Wie bereits in Landau stellte Tobi unser Kart in einer 1:25:256 Min. auf P5 der zum Einzug ins Q3 langte. Hiermit wurde Ilia, bei seinem ersten Einsatz für Formiko, somit zum Startfahrer. In Q3 war er allerdings in einer 1:29:877 Min. gegen die Regencracks der anderen Teams völlig chancenlos und blieb auf P5.

Nach Rennstart zeigte Ilia dann was in ihm steckt. Motiviert bis unter die Haarspitzen ließ er sich nicht entmutigen und kam Runde für Runde besser mit den Bedingungen zurecht. So entschlossen wir uns dann den geplanten Shortturn zu verschieben und ihn bei den schwierigen Bedingungen einfach im Kart zu lassen. Zwar konnte Ilia P5 nicht halten, aber nach seinem 81 Minuten Stint lagen wir immer noch auf P6. Die Spreu hatte sich allerdings vom Weizen getrennt und so lagen wir bereits 2 Runden zurück. Trotzdem eine klasse Leistung von Ilia mit der wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Ein in der Tat vorzüglicher Einstand bei Formiko, den er in seinem 2 Stint, ebenfalls über 81 Minuten untermauerte. Unter den dann trockenen Bedingungen gehörte er zu den Top 3 Piloten des gesamten Feldes. Nicht zuletzt war er am Ende auch der einzige Fahrer von uns, der nicht Karussell gefahren ist.

Trotzdem war es eindrücklich zu sehen, was man im Regen an Zeit herausfahren kann, wenn man über Regen erprobte Fahrer verfügt. Sind es im trockenen wenige Zehntelsekunden so sind es im Regen mehrere Sekunden. Weltmeister Michael Schöttler (Vaillant E) zum Beispiel. In Q2 für sein Team nur spazieren gefahren, damit er nicht ins Q3 kommt und dann den Start fahren kann. Nach eigener Aussage hatte er zwar nicht vorgehabt auf P16 zu landen, aber für einen Könner wie ihn spielt das auch überhaupt keine Rolle. 3 Runden nach Rennstart gehörte er bereits zur 4-köpfigen Spitzengruppe, die sich schon deutlich vom Rest des Feldes abgesetzt hatte. Ebenso klasse „Regenfahrer“ auch beim Titelverteidiger Scharmüller und der Kartbahn Bad Rappenau, wo mit Johannes Neuhäuser (Österreich) und Dave Veile vergleichbarere Piloten auf dem Kart saßen.

Das Rennen für uns ein relatives Drama im Regen. Nach Ilia konnte Tobi uns dann im Heavy Turn, trotz unverschuldeten Dreher, zwar wieder auf P5 vorfahren, dennoch verloren wir nach vorne weiter an Boden und lagen bereits fast 3 Runden zurück. Als Chris dann ins Kart stieg war relativ schnell klar, dass er einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Gleich zu Beginn seines Stints legte er einen Dreher par excellence hin. Fing das Kart zwar gekonnt ab, aber das Selbstvertrauen war dahin. Er fand einfach keinen Dreh mehr zum Kart und den Bedingungen. Kein Wunder allerdings, hat Chris nach über 1-jähriger Pause erst in Landau wieder angefangen Rennen zu fahren. Da half es auch nichts, dass es nach 3:20 Stunden aufhörte zu regnen. Nach 40 Minuten übernahm Silvan das Kart. Ohne überhaupt eine Minute vorher gefahren zu sein. Wenn das einer kann, dann SilWahnsinn.

Natürlich konnte er nicht erahnen was ihn erwarten würde. SilWahnsinn pur. Gerade hatte ich die Boxengasse verlassen als ich sah wie Silvan am Ende der langen Geraden angerast kam. Auf dem nun seifigen Untergrund war er allerdings viel zu schnell und verlor in der Spitzkehre zwangsläufig die Kontrolle über das Kart. Es sah so aus, als wolle er ganz schnell mal nachschauen, ob hinter dem kleinen Waldstück am Ende der Strecke nicht doch ein Campingplatz ist. Offenbar schenkte er seinen Eindrücken aber keinen glauben und schaute eine Runde später nochmal nach. Nein, da ist kein Campingplatz. Mit dieser nun gewonnenen Erkenntnis legte er los wie die Feuerwehr. Trotzdem waren wir so bei Rennhalbzeit auf P8 mit über 4 Runden Rückstand abgerutscht. Doch wer Silvan kennt, weiß das ihn sowas motiviert.

Er legte den Schalter um und 3 Gänge ein. Bei weiter abtrocknenden Bedingungen fuhr er nun jede Runde Rennbestzeit und wir kletterten wieder nach oben. Als dann Tobi das Kart zum 2. Shortturn übernahm setzte er nahtlos das fort, was Silvan begonnen hatte. In einer 1:00:926 Min. fuhr er dann auch unsere schnellste Rennrunde und damit die 2. schnellste Runde des gesamten Rennen. Leider wurde seine Zeit etwas mehr als 1 Stunde später von Andre Fleischmann (GoFast pb. ugraded RT 1), in einer 1:00:779 Min., noch unterboten. Zum dritten mal in seiner Formiko Geschichte, dass Tobi die schnellste Rennrunde um einen Wimpernschlag verpasste. Trotzdem eine super starke Leistung im Trockenen von uns. Erneut Ilia mit einem super Stint und zum Abschluss nochmal Tobi haben uns, mit 448 Runden, noch auf P4 gefahren.

Als reines Indoorkart Team ist es deutlich geworden, dass wir unter diesen extremen Bedingungen nicht annähernd eine Chance gegen GTC oder Outdoor erprobte Fahrer haben. Es war mehr als ein Klassenunterschied. Genauso deutlich ist in der 2. Rennhälfte aber auch geworden, dass wir im Trockenen mit jedem Team mithalten können, egal wo. So ist es keine Enttäuschung für uns, dass wir bei unserm 3. Start in Ampfing zum ersten Mal das Podest knapp verpasst haben. Ein Glückwunsch von uns an die 3 Erstplatzierten, Scharmüller, Vaillant E und Kartbahn Bad Rappenau. Wir sehen uns hoffentlich am 1. August beim nächsten 9h Rennen in Eiselfing.

Endstand:

 TKC 2. Lauf 9h Ampfing - 11.07.2020Runden
1.Scharmüller/WnG A/D451
2.Vaillant E451
3.Kartbahn Bad Rappenau450
4.Formiko Racing Team448
5.PF Racing448
6.Go Fast pb ugraded Racing Team 1448
7.PegaMenis Racing Team 1447
8.Black Crows445
9.Nitro Racing445
10.RCA Racing Team 1445
11.POWERhall Racing Team443
12.Go Fast pb upraded Racing Team 2443
13.Sehklar Racing Team443
14.Paydrivers442
15.Limitless Racing441
16.Kartbahn Bad Rappenau 2441
17.PegaMenis Racing Team 2441
18.Hot Wheels 05 Team 1441
19.Kart 2000 Racing Team441
20.BKD Günzburg440
21.Hot Wheels 05 Team 3439
22.Hot Wheels 05 Team 2439
23.Black Crows by new Generation438
24.Black Phoenix Grand Prix435
25.Racing Team Stuttgart434
26.Animi Ardor Racing433
27.Hot Wheels 05 Team 4433
28.SV Sulmetingen429

Formiko Racing Team

Share Button