Alles kommt anders… 4. TKC Landau

IMG_1379_PodBeim 4. Lauf der TKC im Kartcenter Landau hatten wir schon vor dem Rennen gemischte Gefühle, war das letzte Rennen, welches wir dort gefahren waren doch ein einziges Kartdefekt-Desaster. Mit düsteren Vorahnungen machten wir uns also auf den Weg in die Pfalz, wo zudem auch noch Regen angesagt war. Ein weiterer Umstand auf der kombinierten In- u. Outdoor Strecke, der uns nicht zuversichtlicher stimmte, zumal mit 18 Teams auch noch das Maximum an Startern auf der Strecke war. Allein deswegen graute es uns schon vor dem angekündigten Regen.

Bei der Kartauslosung zog Tamara dann die Nr. B, die logischerweise direkt neben dem Kart Nr. A stand, welches vom derzeitigen Primus und haushohen Topfavoriten auf das Rennen, Avia Racing Süd, um Heimfahrer Dennis Hatalak, gezogen wurde, der auch die Karts vor dem Rennen eingestellt hatte. Als der dann schon im Vorbeigehen meinte, „Formiko mit dem absoluten Brenner“, war uns schon klar, was wir da wieder für ein Kart gezogen hatten. B stand also einmal mehr nicht für Brenner, sondern wie üblich bei Formiko, für beschissen. Das auch das nur geschmeichelt war, erfuhren wir dann gleich im Training, welches Tamara als erste in Angriff nahm.

Fröhlich winkend fuhren alle anderen Teams an uns vorbei und brauchten dabei nicht einmal richtig Gas zu geben. Einfach unglaublich wie schlecht dieses Kart war. Obwohl wir eigentlich immer die sogenannten „Möhren“ ziehen, stellte dieses Kart doch alles in den Schatten, was wir jemals zuvor gezogen hatten. Natürlich beorderten wir Tamara sofort wieder in die Box und ein Mechaniker rüttelte etwas am Choke und meinte dann, dass es jetzt dann funktionieren müsse – und tatsächlich, war das Kart vorher mehr als 2 Sekunden langsamer, war es jetzt nur noch gut 1 Sekunde zu langsam. Damit war klar, dass wir keine Chance hatten unter die Top 12 zu fahren, welche sich für Q2 qualifizierten, was wir bisher bei jedem TKC Rennen geschafft hatten.

Diesmal aber eben nicht. Björn verbesserte zwar unser Trainingsergebnis (P17), um sage und schreibe einen Platz, auf P16, aber wir waren sang- und klanglos unterlegen und wussten, dass wir fast eine ganze Stunde dieses Kart hätten fahren müssen. Auf weitere Interventionen hin wurde das Kart dann direkt nach Q1 in die Werkstatt beordert, wo der Bahn Mechaniker dann bis kurz vor dem Rennstart am Kart arbeitete. Alle anderen saßen bereits in ihrem Kart, um in die Startaufstellung zu fahren, da wurde auch unser Kart wieder auf die Strecke gerollt und Björn stieg ein. Aber dazu gleich mehr.

Ein Blick über den Tellerrand verriet uns aber auch, dass die Probleme uns nicht allein heimgesucht hatten. Bereits in der 1. Runde das freien Trainings quittierte das 1. Kart den Dienst und auch das Löschen der Teamnamen sowie Kartnummern auf dem Zeitenmonitor war nicht wirklich eine Glanzleistung der Bahn. So kam es dann in den ersten 20 Minuten des freien Trainings zu insgesamt 3 Kartdefekten und uns schwante böses, sahen wir uns in unserer düsteren Prognose doch bestätigt. Als wie gesagt dann Björn ins Kart stieg, um nach 3 Einführungsrunden das Rennen zu starten, musste dieses bzw. der Start in der 3. Einführungsrunde abgebrochen werden, nachdem ein weiteres Kart plötzlich stehen blieb.

Alles kommt anders und man muss dem Bahn Mechaniker wirklich ein großes Lob aussprechen. Jedenfalls hat er eine ganz tolle Arbeit hingelegt und konnte relativ schnell auch das Problem dieses Karts lösen. Man kann es eigentlich gar nicht glauben, aber danach schnurrten die Karts im Rennen (fast) nur so vor sich hin. Genauso wie wir offenbar den Anspruch haben, immer eine „Möhre“ zu ziehen, so hat Kart 2000 offenbar auch immer den Anspruch einen Defekt im Rennen zu erleiden. Das ist halt so und wären da die Pechvögel von Kelden Racing nicht gewesen, dann hätte ich das fast in Klammern auch noch ganz weggelassen.

Wirklich unglaublich, dass tatsächlich alles ganz anders kommen kann als man denkt. So legten wir auch mit Abstand unser bestes TKC Race hin, und wäre da nicht dieses vermaledeite Problem mit unserem Startkart und dem Startkart Nr. 5 gewesen, welches wir dann als Start-Nr. 7 später fahren mussten, so wäre evtl. noch mehr drin gewesen. Jedenfalls hatte der Mechaniker auch bei unserem Startkart ganze Arbeit geleistet und auch dieses schnurrte jetzt wie ein zahmes Kätzchen. Gleich in der ersten Rennrunde ging der Daumen von Björn nach oben und was er dann ablieferte war einfach fantastisch. Das Kart lief jetzt sehr gut, obwohl es immer noch kein Brenner war und Björn pflügte durch das Feld wie ein heißes Messer Butter schneidet. Als er dann nach etwas mehr als 70 Minuten an Tamara übergab lagen wir sage und schreibe schon auf P5. Wir haben uns deshalb lieber nicht vorgestellt, wo wir gewesen wären, wäre das Kart von Anfang an so gelaufen, wie es laufen sollte.

Nachdem dann Tamara in ihrem Turn das Startkart Nr. 5 fahren musste, war uns klar, dass sie P5 nicht wird halten können. Sie kämpfte mit sich und den Karts wie eine Löwin und konnte uns auf einem tollen P8 halten, als dann Silvan seinen ersten Turn ablieferte und dieses im wahrsten Sinne des Wortes tat. Als danach wieder Tamara das Kart übernahm, war allen schnell klar, das es vermutlich im ganzen Süden Deutschlands weit und breit keine andere Kartfahrerin gibt, die ihr auch nur annähernd das Wasser reichen könnte. So konnten wir uns wieder auf P7 nach vorne arbeiten. Als dann Silvan mit seinem 2. Turn an der Reihe war, freute er sich riesig, durfte er nun das absolute Brennerkart fahren, womit alle Teams ihre Bestzeit gefahren hatten. Bisher lag Marcel Schlenker (Kunstwerk-Kartarena RT) in einer 55,58 Sek. mit der schnellsten Runde vorn und Silvan und Björn, der dieses Kart auch noch fahren sollte, redeten schon darüber, wer von beiden diese Zeit unterbietet.

Das Silvan zu Recht den Spitznamen Sil-WAHNSINN trägt, war nach dem Feuerwerk, was er ablieferte nur noch Nebensache, den tatsächlich schaffte er das, was ihm bereits beim 3. Lauf, zuvor in Bad Rappenau, fast gelungen wäre. In einer 55,55 Sek. schnappte er sich wieder die Rennbestzeit. UNGLAUBLICH! Dennoch war zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht klar, dass diese Zeit auch bis Rennende halten sollte, denn auch Björn fuhr nun mit diesem Kart wie ein Wahnsinniger, schaffte aber in einer 55,65 Sek. nicht ganz die Zeit seines Teamkollegen. Aber auch er brannte eine Feuerwerk ab und so holten wir die 2 Runden Rückstand auf die vor uns liegenden P4 – P5 spielend auf und waren wieder in Schlagdistanz auf P6.

Nun war es nur noch Lokalmatador Dennis Hatalak von Avia Racing Süd, der in seinem letzten Turn die Bestzeit hätte holen können, doch auch er verpasste dies mit 55,7er Zeiten knapp. So konnten wir am Ende neben dem bereinigten P5 auch den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde unser eigen nennen. Alles kommt anders, denn auch geregnet hat es nicht wirklich. Zwar kamen mal ein paar Tröpfchen vom Himmel aber auch der Wettergott hatte wohl vergessen, beim gebannten Blick auf das Renngeschehen, die Schleusen zu öffnen.

Ein Glückwunsch geht von uns an die Sieger von Avia Racing Süd, den zweitplatzierten Polesetter Scharmüller A/D sowie P3 Kunstwerk-Kartarena Ingolstadt Racing Team. Wieder ein mega mäßiges Rennen mit einer sehr hohen fahrerischen Qualität in allen Teams. So lagen die Pechvögel von Kelden Racing dann am Ende als P18, nach 7 Stunden, nur lächerliche 11 Runden hinter P1.

Endstand:

 TKC 4. Lauf, Kartcenter Landau: 28.05.2016Runden
1.Avia Racing Süd436
2.Scharmüller A/D436
3.Kunstwerk-Kartarena Ingostadt RT435
4.Dampfwalze433
5.Kart 2000 Eiselfing433
6.Formiko Racing Team433
7.Racing Team Stuttgart431
8.Hot Wheels Team 1431
9.Kart und Fun Racing Team431
10.BKD Günzburg 1431
11.Forever Racing430
12.GR International Racing Team 1430
13.Hot Wheels Team 2430
14.BKD Günzburg 2429
15.Kart und Fun Junioren429
16.Paydriver427
17.GR International Racing Team 2426
18.Kelden Racing425

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