Das wohl härteste Indoorkartrennen der Welt

Das wohl härteste Indoorkartrennen der Welt. Ihr kennt das nicht? Wir schon! Trotzdem haben wir gewusst auf was wir uns da einlassen, nachdem wir im November 2016 bereits die „hammerharten“ 6h von Neckartenzlingen gefahren sind. Schon als wir ankamen, meinten auch viele Neckartenzlinger Fahrer selbst „wie kann man nur ein 9h Rennen mit den 13 PS Karts machen?“.  Ja wie kann man nur? Und wie kann man nur dann da auch noch mitfahren? Das haben wir uns auch gefragt, aber 2 Rennunterbrüche und Silvan in Topform halfen dabei.

Die Strecke? Eine 26 Sek. Bahn, die sehr kurvig ist. Keine wirkliche Gerade und mit 13 PS sowie so nicht. Vollgrip und Fliehkräfte bis zum abwinken. Da braucht man Fahrer mit kurzen „Hälsen“ oder eine entsprechend starke Nacken- und Halsmuskulatur. Deswegen wollten wir diesmal auch mit mindestens 5 Fahrern fahren, da die Distanz immerhin 3 Std. mehr betrug als 2016. Tobi war aber leider verhindert und auch Kevin konnte wegen anstehender Prüfungen nur kurz vorbeikommen. Blieben also nur noch 4 Fahrer für fast 8,5 Std und das nach der langen Winterpause. Auch als Vorbereitung mussten uns die 50 Minuten Training direkt vor dem Rennen reichen. Bereits danach war aber auch Daniel klar, was das für eine Nummer werden sollte. Er hatte bis dahin noch nie in Neckartenzlingen gefahren und hatte schon nach seinem 15 Min. Trainingsturn „dicke“ Arme.

Auch Niclas hatte auf seiner Heimbahn stark zu kämpfen. Als Vorbereitung auf die TKC Saison sollte er ohne Gewichte in den Kästen fahren. Eine neue Gewichtsweste sowie die Bleiplatte von Kevin dienten als Ersatz. Nach seinem ersten Turn, den er nach 50 Min. mit einer Top Leistung beendete, war sein Körper deutlich gezeichnet. Die ungewohnte Bleiplatte und auch das tragen der Gewichtsweste hatten ihre Spuren hinterlassen. So entschieden wir, dass er die beiden nächsten Turns doch besser auf die Bleiplatte verzichtete und dafür mit 10 Kg im Kasten fährt. Darüber hinaus sorgte Susi für einen super getapten Oberkörper und zusammen mit einer Ibu dafür, dass die nächsten Stints fast problemlos waren.

Björn, der natürlich die Heavy Turns übernahm, machte nach seinem ersten Turn zunächst einen frischen Eindruck und beschwerte sich, dass er bereits nach 43 Min. reinkommen musste. Er meinte 10 Min. mehr wären locker drin gewesen. Kurz danach als er im Bistro zur Ruhe kam, streikte der Kreislauf etwas und es benötigte etwas Ruhe, Flüssigkeit sowie etwas Essen, damit er wieder auf die Beine kam. Dann war der 2. und 3. Stint kein Problem mehr, auch wenn der Nacken etwas schmerzte.

Auch Kevin, der uns im Qualifying auf P7 gefahren hatte touchierte dabei etwas stärker die Bande und zog sich eine Rippenprellung zu. Zunächst hatte ich noch gehofft ihn zu einem 2. Turn überreden zu können, aber angesichts der Prellung war das unmöglich. Trotzdem musste er natürlich noch den Start fahren. Die Einschränkung war ihm deutlich anzumerken und so war es dann auch kein Wunder, dass wir nach gut 40 Minuten auf dem letzten Platz lagen und bereits 2x überrundet waren.

Nach Kevin, Björn und Silvan war dann Daniels Rennpremiere, die alles andere als optimal verlief. War er nach dem Training schon skeptisch, so gab ihm der Kartwechsel erstmal den Rest. Offenbar hatte direkt vor ihm ein Fahrer, bei der Einfahrt in die Kartwechselbox, die komplette Tankanlage umgefahren. Das aufsteigende, verdampfende Benzin stieg ihm, während des Kartwechsels, zu Kopf und wurde ihm dann zum Verhängnis, so dass er nach etwas mehr als 30 Min. seinen Turn abbrechen musste. Auch bei ihm sorgte dann eine Ibu dafür, dass er nach ausreichender Pause einen Top 2. Stint ablieferte. Mit zusätzlicher, kurzfristig besorgter Halskrause, war dann auch der 3. Stint, trotz starker Nackenschmerzen, kein Problem.

Je länger das Rennen dann dauerte desto besser fanden wir in die Spur. Zwei 30-minütige Unterbrechungen, die hinten wieder angehängt wurden sowie unser „Silwahnsinn“ halfen dann auch, das Rennen trotzdem mit den nur 12 vorgeschriebenen Fahrerwechseln zu beenden. Jede Minute, die ein Fahrer kürzer gefahren war, fuhr Silvan dann einfach länger. Der Wahnsinn. Am Ende hatte er bei uns mit 2:45 Std. die mit Abstand meiste Fahrzeit zu verbuchen.

So konnten wir uns dann noch erheblich steigern und nach vorne fahren. Alle bissen auf die Zähne und kämpften bis zum Schluß. Am Ende lagen wir dann, nach etwas mehr als 10 Std., mit einem Rückstand von nur 2 Runden auf P3 und insgesamt 1196 gefahrenen Runden, im Ziel auf P4. Niclas hatte dann bei seiner Premiere in unserem Team auch unsere Teambestzeit gefahren. In einer 25:97 Sek. verpasste er dabei die schnellste Rennrunde um nur 4/100 Sek. Ein toller Erfolg für uns und zum zweiten mal nach 2016 P4, lagen im Ziel doch nur die Neckartenzlinger Heimteams vor uns.

Auch denen gebührt natürlich ein großes Lob, da auch sie mit Sicherheit das eine oder andere Problemchen lösen mussten. Der Glückwunsch zum Sieg und Podest geht dabei an Kart & fun, vor den Paydrivern und WGKC, die das Podest vervollständigten. Ein großes Lob auch dem Rennleitungsteam um Matze und Wiesi sowie an Bahnchef Achmet, der uns am Ende mit einer wirklich einfallsreichen Pokal Kreation mehr als überrascht hat. Vielen Dank dafür.

Endstand:

 9h on the Grip Neckartenzlingen - 02.02.2019Runden
1.Kart & fun Neckartenzlingen1206
2.Paydriver Neckartenzlingen1204
3.WGKC1198
4.Formiko Waldshut Racing Team1196
5.KRS Kart Team1196
6.Rennfahrer Biberles1193
7.PF Racing1189
8.SG Stern Sindelfingen1188
9.TBT (0P0P)1183
10.Go Fast pb upgraded RT 21180

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