4. Lauf IKL – Bad Rappenau

Novum in der IKL. Rennabbruch wegen Hitze.

Nachdem gestern zunächst die komplette Technik der Kartbahn Bad Rappenau versagte und das Rennen nach 2,5 Std neutralisiert werden musste, kam es dann nach weiteren 1,5 Std. Renndauer für uns völlig überraschend zum Rennabbruch.

Leider können wir nicht genau sagen wie es überhaupt dazu kam, da wir uns während dem Rennen ausschließlich auf uns selbst konzentrieren und versuchen das Optimale rauszuholen. Dennoch möchten wir versuchen die Ereignisse aus unserer Sicht darzustellen. Natürlich haben wir mitbekommen, dass einige Fahrer mit den Bedingungen stark zu kämpfen hatten, genau wie wir im Übrigen auch, vor allem aber der Klassenprimus und Meister der IKL der vergangenen beiden Jahre, Kart 2000, fiel immer weiter zurück, da es den Fahrern nicht mehr gelang die Turns zu beenden und immer wieder die Box aufgesucht werden musste.

Neben Kart 2000 hatte wohl auch das Nachwuchsteam der Kartbahn Bad Rappenau selbst Probleme mit den Bedingungen zu Recht zu kommen. Vermutlich haben dann diese Situationen den Bahnbetreiber dazu gebracht, Veranstalter Herbert Gerteiser aufzufordern alle Teamchefs zu einer sofortigen Besprechung einzubestellen.

Ich (Thomas Trauernicht) war dann schon sehr von dem Inhalt der Besprechung verwundert. Der Bahnbetreiber informierte uns darüber, dass er es gerne sehen würde, dass das Rennen abgebrochen wird, da er es auf keinen Fall riskieren wollte, dass etwas passiert und Krankenwagen u./od. Notarzt anrücken müssen. Er sprach davon, dass mehrere Teams und Fahrer mit den extremen Bedingungen nicht mehr zu recht kommen und auf keinen Fall die restlichen 3,5 Rennstunden überstehen würden.

Natürlich kann ich verstehen, dass der Bahnbetreiber als Eigentümer und rechtl. Verantwortlicher seine Bedenken äußern muss, letztlich wollen auch wir vom Formiko Racing Team nicht, dass irgendein Fahrer zu Schaden kommt. So nahm die Besprechung dann einen Verlauf, der dazu führte, dass mit 9:5 Stimmen für einen Rennabbruch gestimmt wurde. Das Rennen wurde mit aktuellen Stand als beendet erklärt und alle Teams bekämen die Hälfte der sonst üblichen Punkte.

Als Demokraten akzeptieren wir natürlich diese Entscheidung, zu den Beweggründen einzelner Teams, angesichts des gerade aktuellen Rennstandes, sagen wir lieber nichts, da wir niemanden etwas unterstellen wollen. Insgesamt muss ich sagen, dass alle Diskussionen offen und ehrlich und vor allem sachlich geführt wurden. So konnten wir es im Anschluss auch erreichen, dass auch von uns jeglicher(finanzieller) Schaden genommen wurde. Was im Motorsport eher unüblich ist, wurde sowohl vom Veranstalter als auch vom Bahnbetreiber unumwunden eingeräumt. Jedes Team bekommt einen Teil des gezahlten Nenngeldes zurück erstattet.

Insgesamt können auch wir hinter den demokratisch getroffenen Entscheidungen stehen und sind ohne Groll und Missgunst wegen dem gestrigen Verlauf. Das möchte ich klar und deutlich mitteilen. Es gibt nichts was wir bereuen, dennoch sage ich hier klar und deutlich, dass für uns diese Entscheidung absolut falsch war.

Damit sich solch ein Vorfall nicht wiederholt begebe ich folgendes zu bedenken:

  • Jedem Teamchef steht es frei sein Team aus dem Rennen zu nehmen, insbesondere wenn die Fahrer nicht mehr in absoluter körperlicher Fitness fahren! Das ist Aufgabe des Teamchefs!
  • Kein Team muss jeden Turn bis zum Kartwechsel/Fahrerwechsel fahren wie im Reglement vorgesehen. Jedes Team kann und darf (!) so viele Fahrerwechsel machen wie nötig! Die Rennbedingungen verändern sich fortlaufend, so dass man später wieder zu den eigentlich vorgesehenen Turnzeiten zurück kehren kann!
    Wir fahren Indoor, deswegen sollte jeder Fahrer nach seinem Turn sofort die Halle verlassen und für ausreichend frisch Luftzufuhr sorgen!
  • Jeder Fahrer muss sich, ggf. angeleitet vom Teamchef u./od. Teamkollegen , bei solchen extremen Bedingungen weiterhin richtig verhalten. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sowie notwendige Ruhezeiten sind zu berücksichtigen!
  • Die Vorbereitung auf solch ein Rennen sollten nicht zu kurz kommen! Es war bekannt, dass es heiß wird. Da kann man auch schon Tage vor dem Rennen mit der Vorbereitung beginnen, indem man ausreichend schläft und bereits etwas mehr Flüssigkeit zu sich nimmt!

Das Formiko Racing Team berücksichtigt diese Punkte und würde sich niemals davor scheuen das Team aus dem Rennen zu nehmen, sollte irgendeine Gefahr bestehen. Auch wir haben 2 minderjährige Fahrer mit Björn und Ronald (beide grad 16), die aber auf Grund oben beschriebener Punkte zu keiner Zeit Probleme hatten! Natürlich waren sie aber im ersten Moment nach dem Stint auch geschafft. Das ist normal und relativiert sich bei entsprechender Fitness und Vorbereitung sehr schnell wieder, so dass einem weiteren Rennverlauf nichts im Wege steht.

Wir werden auf jeden Fall das Gespräch mit Hebert Gerteiser als Veranstalter suchen sowie mit allen anderen Teams, die sich beteiligen wollen, um einen derartigen Rennabbruch wegen Hitze einmalig bleiben zu lassen! Hier müssen ggf. Anpassungen im Reglement gemacht werden. Wir sind Racer und wollen Rennen fahren. Das ist unser Antrieb! Wenn Bedingungen für uns nicht stimmen, dann lamentieren wir nicht, sondern melden erst gar nicht!

Im Übrigen halte ich Kommentare wie „ alles Muschis“ oder „Weicheier“ für absolut überflüssig. Grundsätzlich muss man jedem unterstellen, dass hier ein hohes Ziel verfolgt wurde, eben die Gesundheit aller beteiligten Fahrer sicher zu stellen und nichts anderes!

Endstand (bei Rennabbruch):

1. Racing Team Stuttgart
2. Live Strip.com Racing
3. Kartraceland Weil R.T.
4. Jagdgeschwader
5. Formiko Racing Team
6. GR International Racing R.T.
7. Kartraceland Youngsters
8. Kartbahn Rappenau
9. ASL Racing
10. ALLKART R.T.
11. Argovia Oldys
12. Kart 2000
13. Racing Team Stuttgart 2

Formiko-News1

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